Frank Sieren

Der China Code

Wie das boomende Reich der Mitte Deutschland verändert
Cover: Der China Code
Econ Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783430184670
Gebunden, 431 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

China boomt. Der aufstrebende Wirtschaftsriese setzt Weltstandards, denen wir uns nicht entziehen können. Auch politisch gewinnt das Land mehr und mehr an Macht. Wie kam es zu diesem rasanten Aufstieg? Was kann Deutschland davon lernen? Provokant und unterhaltsam zeigt der Wirtschaftsjournalist und profunde China-Kenner Frank Sieren auf, wie es China schaffte, nach hundert Jahren Reformstau wieder eine der leistungsfähigsten Volkswirtschaften zu werden. Er stellt dabei verblüffende Parallelen zu Deutschland her, dessen Zukunft sich im Reich der Mitte entscheiden wird.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.09.2005

Als "extrem lesenswert" beurteilt Robert Misik dieses Buch über das "boomende Reich der Mitte" von Frank Sieren, der seit elf Jahren als Korrespondent der Wirtschaftswoche in China lebt. Für Misik hat das auch damit zu tun, dass das Buch nicht einfach nur ein Fachbuch über ein dynamisches Wirtschaftsreich ist, sondern auch eine Studie über "tief liegende historische Tendenzen, über Prozesse der Staatsbildung, Globalisierung und die Rolle der Mentalitäten in der Geschichte". Er hebt hervor, dass Sieren offensichtlich beeindruckt ist von dem historisch einzigartigen Wirtschaftswachstum Chinas von 9 Prozent pro Jahr. Wie Misik erläutert, funktioniert die chinesische Form des Kapitalismus in Sierens Augen vor allem deshalb, weil der wirtschaftliche Erfolg der urbanen Mittelschicht zu Gute komme und die Despotie allmählich verschwindee. Sierens Prognose des Abstiegs der europäischen Wohlfahrtsstaaten und besonders Deutschlands, der mit dem Aufstieg Chinas einhergehen wird, hält Misik allerdings für nicht so ganz überzeugend. Auch die Schlüsselthese des Buchs, China werde die gesamte Welt verändern, klingt für ihn "etwas dramatisch" und ein "bisschen sehr nach Monokausalität". In einem Punkt stimmt er Sieren freilich uneingeschränkt zu: "Der Aufstieg Chinas wird zu echter Multipolarität führen", meint Misik. "Und Multipolarität relativiert nicht nur die Position der heute hegemonialen Hypermacht, der USA, sondern die aller Staaten."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.05.2005

Nicht immer überzeugend findet der "nz." zeichnende Rezensent dieses Buch über den anhaltenden Wirtschaftsboom Chinas, das Frank Sieren, China-Korrespondent der "Wirtschaftswoche" hier vorgelegt hat. Sierens These, der Aufstieg Chinas zu einem immer einflussreicher werdenden Staat stelle eine enorme Herausforderung für die Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen dar, hält der Rezensent grundsätzlich für richtig. Allerdings findet er bei Sieren kaum etwas über die deutsche Ordnungs- und Wirtschaftspolitik, und somit auf die Chance, selber den Gang der Dinge zu beeinflussen. So bezweifelt er auch, dass die Karten so eindeutig zum Vorteil Chinas verteilt, wie Sieren suggeriert. Über die Gefahren, die China zurückwerfen könnten, etwa die verheerenden Umweltprobleme sowie die innenpolitischen Spannungen zwischen prosperierender Küstenregion und rückständigen Inlandprovinzen, geht Sieren zum Bedauern des Rezensent nur sehr beiläufig ein.
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