Ihr Gehäuse wird für seine Spiralform bewundert, ihre kriechende Fortbewegungsweise verlacht, ihr schleimiger Körper als widerwärtig empfunden, aber dennoch mit Genuss und Knoblauchbutter verspeist. Unser Verhältnis zur Schnecke ist höchst ambivalent. Höchste Zeit, sich diesem schillernden Tier mit der gebotenen Behutsamkeit anzunähern. Florian Werner macht sich auf die kulturgeschichtliche Spur der Schnecke, besucht die World Snail Racing Competition in England, eine Bio-Schneckenfarm in Frankreich und klärt auf über die Virtuosität des Schneckensex. Dabei wird nicht nur der herausragende Beitrag der Schnecke zur Architektur- und Filmgeschichte gewürdigt, sondern auch ihre Rolle bei der Entstehung des Geldwesens und der Blasmusik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2015
Von Schnecken lässt sich einiges lernen: zum Beispiel, wie wir mit Fremden umgehen, konstatiert Rezensentin Friederike Haupt zu Beginn ihrer Besprechung. Die Auseinandersetzung des Literaturwissenschaftlers Florian Werner mit Schnecken nennt Haupt "eher gefühlvoll" - und meint damit vermutlich das Gegenteil von "hoch wissenschaftlich". Gefallen scheint die Rezensentin an jenen Anekdoten zu finden, wie Werner sie etwa zum Paarungsverhalten von Schnecken zusammenträgt. Und die historischen Illustrationen des Buches würden jede Wand gut schmücken, findet sie. Genervt zeigt sich Haupt hingegen von Versuchen des Autors, Schnecken und Menschen hinsichtlich ihrer Eigenschaften miteinander zu vergleichen. Werner hätte lieber die "fremde Seltsamkeit" der Schnecken akzeptieren sollen, findet die Kritikerin.
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