Firtz Barth

Santini 1677-1723

Ein Baumeister des Barock in Böhmen
Cover: Santini 1677-1723
Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2004
ISBN 9783775714686
Gebunden, 440 Seiten, 78,00 EUR

Klappentext

Der Prager Baumeister Johann Blasius Santini Aichel (1677 - 1723) - einer der erfolgreichsten und meistbeschäftigten Architekten der Barockzeit - ist heute außerhalb seiner Heimat in unverdiente Vergessenheit geraten. In seinem so umfangreichen wie heterogenen Werk ist es vor allem die Gruppe der barockgotischen Werke, die ihm seine Sonderstellung in der Baugeschichte sichert - eine genuin barocke Architektur in explizit gotischer Gewandung. Die Bandbreite reicht hierbei von der trockenen und spröden Pseudogotik des Münsters in Sedletz über die spektakuläre collageartige Konfrontation von Gotik und Barock in Kladrau bis zum grandiosen unzeitgemäßen "Kubismus" der Nepomukkirche in Saar, einem Bau, der sich jeglicher Klassifizierung zu verweigern scheint. Über diese Spezialität hinaus zeigt Santinis Oeuvre ein stilistisches Spektrum von erstaunlicher Weite, und so weisen ihn auch seine höchst originellen Beiträge zum böhmischen Radikalbarock als einen Künstler von erstem europäischem Rang aus.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2005

Sein bekanntestes Baudenkmal ist die Wallfahrtskirche des Heiligen Nepomuk mit ihrem fünfeckigen Grundriss auf dem grünen Berg bei Zd'ar nad Sazavou in Mähren, stellt Hubertus Adam den Baumeister Johann Blasius Santini Aichel vor. Die Detailformen seien der Gotik verpflichtet, die Komposition der Baukörper gebe sich jedoch barock. Diese besondere Form der Barockgotik blühte besonders in Mähren und Böhmen, weiß Adam, wo Baumeister wie der italienisch stämmige Santini im Zuge der Gegenreformation die zerstörten Klöster und Kirchen erneuerten und sich dabei mit der bereits vorhandenen Bausubstanz auseinandersetzen mussten. Barths Santini-Monographie ist keine kunstwissenschaftliche Arbeit im engeren Sinn, meint Adam, der Autor sei Architekt und nähere sich Santinis Bauten zunächst phänomenologisch, indem er die zehn Hauptwerke Santinis einfach beschreibe. Barths Stil und der exzellente Bildteil seien sehr ansprechend, interessant auch die Exkurse, in denen Barth die Beziehung Santinis zur Moderne beziehungsweise umgekehrt untersucht: das Charakteristische bei Santini war seine Uneinheitlichkeit, womit der Bogen von der Spätgotik zur Postmoderne geschlagen ist. Barth bietet also auch für die Theoriebewanderten reichlich Futter - Hubertus Adam zeigt sich hinreichend gesättigt.
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