Fernando Gonzalez Vinas, Jose Lazaro

Alles ist Dada

Emmy Ball-Hennings
Cover: Alles ist Dada
Avant Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783964450340
Kartoniert, 232 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von André Höchemer. Emmy Ball-Hennings war Schriftstellerin und Dichterin, nebenbei galt sie als Muse der Literaten und Künstler der avantgardistischen Bohème-Szene, die sich Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in Berlin und München entwickelte. Sie schrieb Gedichtbände und Romane, kam aber aufgrund ihrer prekären Lebensumstände häufig mit dem Gesetz in Konflikt. Nach einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe emigrierte sie in die Schweiz. Gemeinsam mit Hugo Ball gründete Emmy Hennings im Jahre 1916 mit dem Zürcher "Cabaret Voltaire" die Geburtsstätte der Dada-Bewegung.Die zu Unrecht Vergessene, wenn es um diese Zäsur in der Kunstgeschichte geht, hielt das "Cabaret Voltaire" wirtschaftlich durch ihre Tätigkeit als Sängerin und ihre anziehende Ausstrahlung am Laufen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 26.02.2020

Ziemlich bedauernswert findet Rezensentin Tabea Grzeszyk, dass in der Graphic Novel "Alles ist Dada. Emmy Ball-Hennings" wenig auf die Erfolge und das Schaffen der Dada-Künstlerin eingegangen wird. Im Zentrum stehen hingegen fast ausschließlich die "ausschweifenden Bettgeschichten" mit diversen Avantgarde-Künstlern sowie die Morphium- und Äthersucht der Dadaistin. Für Grzeszyk hinterlässt das einen "bitteren Nachgeschmack", da auch eine Einordnung des historischen Kontexts ausbleibt. Dass die Autoren kommentarlos reproduzieren, was "kolonialhungrige Zeitgenossen" Anfang des 20. Jahrunderts von sich gaben, macht es für die Kritikerin nicht besser- Abgesehen davon findet Grzeszyk die Graphic Novel dann aber doch "wunderbar düster illustriert".

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 25.02.2020

Rezensentin Eva Pfister freut sich über diese biografische Graphic Novel mit Texten von Fernando Gonzalez Vinas und Bildern von Jose Lazaro. Wobei die Kritikerin vor allem den Text hervorhebt, denn dem Autor gelinge es, die Sängerin, Schauspielerin, Autorin und Künstler-Muse Emily Ball-Hennings frei von Klischees darzustellen: Dafür greife Gonzalez Vinas auf Ball-Hennings autobiografische Werke zurück, informiert die Kritikerin, die auch Spannung und "Tiefe" des Textes lobt. José Lazaros Schwarzweiß-Zeichnungen erscheinen ihr dagegen eher "konventionell", wenn auch mit überraschenden Momenten - etwa wenn Ball-Hennings späterer Ehemann Hugo Ball als "Herr mit Pony und Prophetenaugen" dargestellt wird. Die Atmosphäre der Zeit vermag das Duo ebenfalls gut einzufangen, schließt die Rezensentin.