Aus dem mexikanischen Spanisch von Angelica Ammar . Eine Karnevalskönigin wird zur Kindsmörderin, ein junger Mann erlebt eine Teufelsaustreibung, ein Dorf übt von der Polizei geduldete Lynchjustiz, und Mel Gibson sucht ein Gefängnis wie im Hollywood-Film. Was in diesem Buch geschieht, hätte überall passieren können, aber aus irgendwelchen Gründen konnte es doch nur hier passieren: in Veracruz. Ausgehend von realen Ereignissen und Alltagsmythen erzählt Fernanda Melchor von ihrer tropischen Heimatstadt am Meer: von den Florida-Träumen karibischer Migranten, von der Herrschaft der Narcos und den Legenden, hinter denen sich die Abgründe der Gewalt, besonders gegen Frauen, verbergen.Melchor erfindet nichts und meidet doch billige True-Crime-Effekte. "Das hier ist nicht Miami" ist der Versuch, zu ergründen, welche Begierden, Vorurteile und sozialen Umstände Verbrechen hervorbringen - und warum das Böse in jede Ritze der mexikanischen Realität hineinzukriechen scheint. "Cronicas" sind eine lateinamerikanische Mischform aus subjektiver Reportage, Investigativjournalismus und Fiktion.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2025
Rezensentin Maria Wiesner liest in diesem Buch zwölf Geschichten der mexikanischen Autorin Fernanda Melchor über ihre Heimatstadt Veracruz: Sie gehören zu den "Crónicas", sind also eine Mischung aus literarischer Herangehensweise und journalistischer Reportage. Die Geschichten über junge Leute, die an einem "Lost Place" auf Geister stoßen, über ein Gefängnis, das für Mel Gibsons Dreharbeiten geräumt wird, oder über Flüchtlinge auf dem Weg in die USA, haben für Wiesner etwas fast Überrealistisches, das ihr viel über mexikanische Erzähltraditionen verrät und zudem für Gänsehaut sorgt, wie sie beeindruckt versichert.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 16.08.2025
Kritikerin Anne Kohlick freut sich, mit dem Debüt-Erzählungsband von Fernanda Melchor die Genese einer der bekanntesten Schriftstellerinnen Mexikos nachvollziehen zu können: Mit den zwölf Texten wollte sie die gewaltvolle Realität ihrer Heimatstadt Veracruz wiedergeben. Kohlick entdeckt hier eine Mischung aus journalistischem und fiktionalen Stil, die sich aus berechtigter Angst vor den Morden an Journalisten in Mexiko mittlerweile deutlicher zum Roman gewandelt hat. Sehr eindringlich schreibt Melchor ihr zufolge über Flüchtlinge, die von der amerikanischen Polizei entdeckt werden, von einer Mutter, die ihre Kinder ermordet und Drogenschmuggel - das liest die Rezensentin beeindruckt und bedrückt durch das Hintergrundwissen, dass all das wirklich passiert ist.
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