Juan Pablo Villalobos

Das Alibi

Roman
Cover: Das Alibi
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783803113856
Gebunden, 128 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Carsten Regling. Juan Pablo hat ein ernstes Problem: Er ist Schriftsteller und dummerweise ein glücklicher Mensch. In der Ehe mit der "Brasilianerin" läuft es gut, die Kinder sind aus dem Gröbsten raus, Geldsorgen hat er keine - aber: Was sollte ein glücklicher Schriftsteller noch zu erzählen haben? Gute Literatur entsteht schließlich nicht aus Glück und Zufriedenheit. Denn Glück ist banal, spannungslos und konfliktfrei. Und ohne Konflikte, nun ja, keine Literatur. Doch ehe er sich's versieht, gerät Juan Pablos Leben in Barcelona in arge Turbulenzen. Schon bald glaubt er sich in einem waschechten Krimi wiederzufinden - mit makabren Zwischenfällen, belastenden Beweisen und zwei skurrilen, eher unüblichen Verdächtigen: einer bretonischen Friseurin mit dubioser Vergangenheit und einem sinistren Supermarktwächter, der unbedingt ein Buch über seine "Erfahrungen" schreiben will. Oder hat am Ende Juan Pablo selbst etwas zu verbergen?Nur eins ist sicher: Diesen Roman verlassen die Leser mit dem gleichen Problem wie Juan Pablo - als glückliche Menschen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 30.04.2025

Ein Schriftsteller ohne Probleme - das ist die Ausgangslage von Juan Pablo Villalobos' neuem Roman, den Rezensent Andreas Baum als "absurd komisch" und "klug komponiert" beschreibt. Die Hauptfigur Juan Pablo hat alles: Familie, Erfolg, Wein - nur keinen Konflikt. Und das ist sein Problem, denn sein Verlag wartet auf ein neues Buch, doch Pablo hat durch die Konfliktarmut keine Inspiration. Aus Schreibnot schreibt er, naja, über genau das und über seinen Alltag, was sein Sohn schnell durchschaut: "Erzählt ihm nichts! Er schreibt über uns." Villalobos erzählt diese autofiktionale Verzweiflungstat als rasantes Spiel zwischen Alltag und der Tradition der lateinamerikanischen Fantastik. Spätestens wenn die Friseurin blutet, kippt die Handlung ins Surreale. Villalobos beweist dabei, dass auch ein Leben ohne Drogenkrieg Stoff bietet - mit einem Roman über das "Drama der Harmonie", freut sich der Kritiker.

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