Felix Thürlemann

Mehr als ein Bild

Für eine Kunstgeschichte des hyperimage
Cover: Mehr als ein Bild
Wilhelm Fink Verlag, München 2013
ISBN 9783770556069
Gebunden, 424 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Die Hauptakteure des Kunstsystems Sammler, Kunsthistoriker und Künstler haben eines gemein: Sie alle sind hyperimage -Bildner. In Ausstellungen, illustrierten Kunstbüchern und im Unterricht werden Bilder oder ihre fotografischen Reproduktionen als kalkulierte Ensembles mit eigener Bedeutung arrangiert. Für deren Untersuchung ist die Kunstgeschichte bislang kaum gerüstet. Felix Thürlemann entwirft eine Theorie dieser besonderen Form des pluralen Bildgebrauchs, die charakteristisch ist für den Umgang der westlichen Kultur mit dem Bild. Jede Zusammenstellung von Bildwerken zu einem größeren Ganzen kommt, dies ist die Hauptthese des Buches, einer Deutung und ästhetischen Wertung der beteiligten Werke gleich. Da die hyperimages nicht auf Dauer gestellt sind, erweist sich ihr Studium als wichtige, bislang vernachlässigte Quelle für die wechselnden historischen Konzepte von Kunst.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2014

Dass kein Bild jemals für sich allein steht, erfährt Anne Kohlick bei der Lektüre von Felix Thürlemanns alternativer Kunstgeschichte. Wenn der Autor sein Konzept des hyperimage, also die von Künstlern, Sammlern und Kunsthistorikern etwa für Ausstellungen kreierten Bildzusammenstellungen, durch die Geschichte der Kunst seit dem 17. Jahrhundert bis heute zu erläutern sucht, geht Kohlick ein Licht auf. Nicht nur erkennt sie dank Thürlemanns müheloser wie ansprechender Führung die neue Einheit in der Addition autonomer Bilder. Auch über das Kunst- und Werkverständnis von Künstlern und Kunsthistorikern wie Picasso, Wolfgang Tillmans, Aby Warburg und Andre Malraux gibt ihr der Band Aufschluss.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.02.2014

Georg Imdahl lässt sich vom Konstanzer Kunsthistoriker Felix Thürlemann die Kunstgeschichte neu erklären. Das von Thürlemann in seiner Studie dargebotene Plädoyer für ein methodisches Vorgehen, das Zusammenhänge von Kunstwerken stärker beachtet, Bildsysteme erkennt, leuchtet ihm ein. Zumal dem Autor offenbar nicht einfach der wuchernde Hypertext vorschwebt, sondern ein immer wieder neu zu arrangierendes Miteinander von ausgewähltem Bildmaterial, das immer neue Bedeutungen generiert. Eine schöne Aufgabe für Ausstellungsmacher, findet Imdahl. Und methodisch gut instrumentalisierbar dazu, wie ihm Thürlemann anhand kulturhistorischer Ansätze bei Wölfflin, Warburg und Malraux zeigen kann.

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