Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.09.2002
Wer glaubt, die deutsche Museumsreform von der Gründerzeit bis zum Nationalsozialismus sei allenfalls für Spezialisten interessant, kann sich nach Ansicht Walter Grasskamps von Alexis Joachimides eines Besseren belehren lassen. Wie der Rezensent ausführt, zeichnet Joachimides den Weg zur modernen Austellungspraxis nach, wobei er den Schwerpunkt auf die deutsche Museumsreform setzt, in der sich jedoch vieles bündele. Als "eigentliche Überraschung" der Darstellung erachtet Grasskamp, "dass es neben den Sezessionsbewegungen gerade auch führende deutsche Museen waren, in denen die radikale Ausstellungspraxis des 'white cube' maßgeblich vorbereitet wurde." Er hebt hervor, dass Joachimides die Übergange mit zahlreichen historischen Aufnahmen belegt. Bedauerlich findet der Rezensent allerdings, dass es sich dabei um Schwarz-Weiß-Fotos handelt. Als aufwändige Recherche der Vorgeschichte der modernen Ausstellungspraxis, lobt er abschließend, ist das Buch jedoch "allemal aktueller als manche Installation der Kontextkunst."
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