Wolfgang Welsch

Ästhetische Welterfahrung

Zeitgenössische Kunst zwischen Natur und Kultur
Cover: Ästhetische Welterfahrung
Wilhelm Fink Verlag, Paderborn 2016
ISBN 9783770561346
Taschenbuch, 120 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

"Ästhetische Welterfahrung" bedeutet, dass uns die Begegnung mit Kunst, über die Spiegelspiele der Kunst hinausgehend, mit der Welt verbinden kann. Kunst kann neue Aspekte der Welt entdecken oder unerwartete Weltsichten eröffnen. Heute, wo unser Weltbild sich verschiebt - weg vom neuzeitlichen und modernen Dualismus zwischen Mensch und Welt hin zu einer integrativen Sicht, welche die Weltzugehörigkeit des Menschen betont -, ergeben sich besonders interessante Entwicklungen. Lange Zeit hatte der Status der Kunst gewissermaßen eine Parallelaktion zur Mensch-Welt-Opposition dargestellt: So wie der Mensch der Welt gegenüberstand, so sollte die Kunst gegenüber der Wirklichkeit eine eigene Welt schaffen und dadurch noch einmal die Weltdistanz und Autonomie des Menschen bezeugen. Derzeit nimmt die Kunst eine andere und wirklichkeits-affinere Gestalt an. Sie bewegt sich in einem Zwischenfeld zwischen Kultur und Natur. Mit dem Wegfall des Mensch-Welt-Dualismus ist ja auch die kategoriale Unterscheidung zwischen Natur und Kultur brüchig geworden. Mensch, Kultur und Kunst agieren in einem Spielfeld, das die herkömmliche Trennung von Natur und Kultur nicht mehr zulässt, sondern beides umfasst. Die zeitgenössische Kunst arbeitet vielfach an dieser neuen Thematik. Die Essays dieses Bandes loten diese Suchbewegungen und Transformationen aus.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.04.2017

Michael Stallknecht folgt dem Philosophen Wolfgang Welsch bei seiner Betrachtung japanischer Gärten, um die Überwindung des Dualismus Kunst und Natur nachzuvollziehen. Weiter betrachtet er mit dem Autor Werke von Beuys und lässt sich von ihm Darwins Suche nach einem ästhetischen Sinn im Tierreich erläutern. Stark findet er an den unterschiedlichen Essays, dass ihr Autor nie versucht, das eine gegen das andere auszuspielen. Kunst sei für ihn eine Art Zwischenreich, ein Ort, um Welt bzw. Natur erfahrbar zu machen. Japan ist dafür ein gutes Beispiel, meint der Rezensent.