Mit Texten von Kevin Breß, Matthias Harder, Megan Krakouer, TeArikirangi Mamaku, Léontine Meijer-van Mensch und Laura van Broekhoven. Ein Museumsdepot ist vergleichbar mit dem Herz eines Organismus. Seine Betrachtung gewährt Einblicke, die in einer Ausstellung nicht vermittelbar sind. Dies gilt für Museen der Völkerkunde in besonderem Maße. Zu Tausenden werden hier Objekte in Sammlungen zusammengefasst, betitelt, digitalisiert, versteckt oder wiederentdeckt.Die Berliner Künstlerin Anja Nitz setzt sich in ihrer Fotoarbeit mit der Kultur des Sammelns auseinander. Durch ihren Blick verschwimmen die Grenzen zwischen den Sammlungsbeständen und den Arbeitswelten der Museumslager. Sammlungsobjekte treten am Ort ihrer Aufbewahrung und in der Verkleidung ihrer Verpackung ins Bild.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2021
Rezensent Kai Spanke erhält überraschende Einblicke in die Depots von Museen mit diesem Band der Fotografin Anja Nitz. Nitz suchte die Völkerkunde-Museen in Leipzig, Dresden und Herrnhut auf, lichtete ab, was sonst nicht gezeigt wird und nummerierte und sortierte die Objekte für diesen Band, freut sich der Kritiker, der auch die erläuternden Texte mit Gewinn gelesen hat. Ein wenig irritiert blickt der Rezensent offenbar auf jene Bilder, denen die Warnung vor "sensiblen" Inhalten vorangeht, etwa menschliche Gebeine. Weshalb diese Objekte, meist aus dem kolonialistischen beziehungsweise Raubkunst-Kontext, nicht in den Museen, aber im Buch gezeigt werden, erschließt sich ihm nicht. Nitz' nüchterne Herangehensweise - der Verzicht auf Pathos und "grelle Effekte" - findet Spanke allerdings äußerst passend.
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