Das Geschichtsbewusstsein der Deutschen befindet sich im Umbruch. Der wachsende Abstand zum Dritten Reich, der Generationswechsel und das veränderte internationale Umfeld bewirken Umorientierungen im Bewusstsein der Menschen und in der Politik, die vor zehn Jahren noch als Tabubruch gewertet worden wären.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2001
Gerd Roellecke kann sich mit diesem Buch nicht wirklich anfreunden. Problematisch findet er vor allem die "intensiv wertenden Definitionen der Verarbeitungsmuster". Jedenfalls ist es nach Ansicht des Rezensenten keine Überraschung, wenn sich bei Befragungen herausstellt, dass sich Menschen, die das NS-Unrecht verdrängen, im allgemeinen wenig mit Geschichte und Politik beschäftigen. Unverständnis zeigt der Rezensent auch angesichts der Tatsache, dass der Autor bei der Befragung ehemaliger DDR-Bürger (1990) nicht auf die Stasi eingeht. Weil die Befragten jedoch von sich aus selten auf das Thema zu sprechen gekommen sind, kann man aus diesem Buch "nicht alles über das Geschichtsbewusstsein der Ostdeutschen lernen", bedauert Roellecke. Davon abgesehen scheint es dem Rezensenten nicht wirklich einzuleuchten, warum Lutz bei der Befragungen von Ost- und Westdeutschen "andere Maßstäbe und anderes Material" verwendet hat.
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