Sönke Zankel

Mit Flugblättern gegen Hitler

Der Widerstandskreis um Hans Scholl und Alexander Schmorell. Dissertation
Cover: Mit Flugblättern gegen Hitler
Böhlau Verlag, Köln 2008
ISBN 9783412200381
Kartoniert, 600 Seiten, 64,90 EUR

Klappentext

Sönke Zankel legt eine erste wissenschaftliche Gesamtdarstellung der so genannten "Weißen Rose" vor, die nicht nur die Motive der Studenten, sondern auch ihr Umfeld hinreichend durchleuchtet. Die nun vorliegende Publikation ermöglicht durch umfangreiche biographische Studien der Widerstandskämpfer, vor allem aber durch die Aufarbeitung ihres ideengeschichtlichen Hintergrunds eine ganzheitliche Wahrnehmung des Phänomens. Sie bietet eine Analyse aller Flugblätter und geht der Frage nach, inwieweit der Kreis durch verschiedene Mentoren beeinflusst wurde. Erstmals wird auch das Helferumfeld der Münchner Studenten in den Blick genommen. Nicht zuletzt ist es durch die Erforschung der Wirkungsgeschichte des Kreises gelungen, mehrere Widerstandsaktionen aufzuspüren, die der bisherigen Forschung verborgen geblieben waren

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.09.2008

Einen kritischen Blick wirft Hans Mommsen auf Sönke Zankels Buch "Mit Flugblättern gegen Hitler", der umfangreichen Dissertationsfassung seiner vor zwei Jahren erschienenen, umstrittenen Publikation "Die weiße Rose war nur der Anfang". Der Versuch des Autors, den Widerstandskreis um Hans und Sophie Scholl zu "entmythologisieren", das angeblich zu positive Bild der "Weißen Rose" zu dekonstruieren, ist seines Erachtens auch in der vorliegenden Langfassung gescheitert. Er hat eine ganze Reihe von Einwänden, die gegen die Arbeit sprechen: Mangel an Empathie; eine zersplitternde, in eine Vielzahl von Einzelaspketen zerfallende Darstellung; Überbetonung der Heterogenität der Gruppe; Vernachlässigung des gemeinsamen moralischen Motivs und der praktischen Zielsetzung der Gruppe usw. Generell hält er dem Autor vor, zu überzogenen, spitzfindigen und willkürlichen Interpretationen zu neigen und das nötige Augenmaß vermissen zu lassen. Die These, Hans und Sophie Scholl hätten bei ihrer Flugblatt-Aktion unter Drogen gestanden, scheint ihm etwa überaus zweifelhaft. Daneben moniert Mommsen Mängel der Gliederung sowie stilistischer Natur, die die Lektüre des Buchs strapaziös machen. Positiv wertet er hingegen Zankels Ausweitung der Quellenbasis für die Geschichte der "Weißen Rose".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2008

Menschliche und politische Wahrheitsfindung betreibt der Autor mit diesem Buch nicht, findet Josef Henke. Die nun vorliegende erweiterte Ausgabe von Sönke Zankels Entmythologisierungsversuch der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" verdeutlicht für Henke im Hinblick auf eine hinzugewonnene Quellenvielfalt vor allem eines: Den "eigenwilligen Umgang" des Autors mit diesen Quellen und Materialien. Das es sich dabei um eine fragwürdige Methode handelt, daran lässt Henke keinen Zweifel. Skandalisierung, Dogmatismus, Unglaubwürdigkeit und eine "haarsträubende Quellenkritik" wirft Henke dem Autor vor. Seine Darstellung der Widerständler als konterrevolutionär einerseits, gemäß der "zynischen Gestapo-Argumentation" andererseits bereitet dem Rezensenten schwere Kopfschmerzen. Zankel messe die Taten der "Weißen Rose" nach heutigen Maßstäben und führe sie als politisch wie moralisch Beschädigte vor. Für Henke sieht Wahrheitsfindung anders aus.
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