Aus dem Englischen von Inge Presser. Im Sommer 2000 scheiterten die Gespräche zwischen Israels Premier Barak, PLO-Führer Arafat und US-Präsident Clinton in Camp David. Es folgte eine Runde gewalttätiger Auseinandersetzungen: mit Hunderten Toten und Tausenden von Verletzten, zumeist auf palästinensischer Seite. Die neue israelische Regierung ist seitdem bereit, die palästinensische Bevölkerung unter der Besatzung zu unterdrücken - mit dem Ziel, die Siedler zu schützen. Mit einer totalen Abriegelung von Westbank und Gazastreifen will man die neue Intifada abwürgen - ohne Erfolg. Felica Langer zeigt, wie täglich die Rechte der Palästinenser verletzt werden und ergreift Partei für Menschen, die zunehmend von der Weltöffentlichkeit ignoriert werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.02.2002
Dass Felicia Langer, Anwältin, Menschenrechtlerin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, ausgerechnet nach Deutschland gezogen ist, nachdem sie ihre Jerusalemer Kanzlei aufgegeben hat, wie Ludwig Watzal berichtet, muss ein großer Affront für die israelische Öffentlichkeit gewesen sein. Langer hatte jahrelang palästinensische Angeklagte vor israelischen Militärgerichten verteidigt und sah sich schließlich zu sehr in ihrer Arbeit behindert, führt Watzal weiter aus. Ihr nun vorliegendes Buch, das auf die neueste Intifada eingeht, ist nach seinem Dafürhalten eher eine Anklageschrift der israelischen Politik und Regierung denn eine distanzierte Analyse der Situation - unterlegt mit zahlreichen Berichten von Menschenrechtsorganisationen und Artikeln kritischer israelischer Journalisten, so der Rezensent. Zwei Dinge überraschten ihn in ihrer Kompromisslosigkeit: dass Langer selbst an Friedensnobelpreisträger Simon Peres kein gutes Haar lässt und dass sie bedingungslos für ein Ende der israelischen Besatzung eintritt.
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