Bernhard Bueb

Von der Pflicht zu führen

Neun Gebote der Bildung
Cover: Von der Pflicht zu führen
Ullstein Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783550087189
Gebunden, 176 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Es geht nicht ohne Führung, nicht in der Kindererziehung und auch nicht in der Erwachsenenwelt. Denn die Art und Weise, wie wir geführt werden, bestimmt unser Leben. Diese Erkenntnis hat sich in deutschen Unternehmen durchgesetzt, aber nicht im Bereich der Bildung und Erziehung mit alarmierenden Auswirkungen. Bernhard Bueb, renommierter Pädagoge und einer der bekanntesten Kritiker des deutschen Erziehungswesens, appelliert an Eltern, Lehrer und Schulleiter, ganz bewusst ihre Führungsaufgaben wahrzunehmen. Kinder und Jugendliche brauchen mehr als nur Begleitung. Sie müssen mit Liebe, Vertrauen und Disziplin gefördert und gefordert werden. Das gleiche fordert er für Lehrer: Sie brauchen Führung, um selbstbewußt ihren pädagogischen Auftrag erfüllen zu können

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2008

Rezensent Joachim Güntner kann Entwarnung geben: So provokant wie im Titel geht es im Rest des Buches nicht zu. Die "neun Gebote der Bildung", die Bueb hier verkünden will, bestehen nicht in "klaren Direktiven", sondern, wie Güntner meint, in eher "wohlfeilen Tugendlehren". Das meiste findet der Rezensent so allgemein gehalten und altbekannt, dass er ihm problemlos zustimmen kann. Dabei erkennt eine "humane" Intention hinter den markigen Worten des ehemaligen Elite-Internatsleiters Bueb: nämlich die Schulen zu verbessern, wobei nicht die Mängel des Systems im Vordergrund stehen, sondern die der beteiligten Pädagogen. Milde gestimmt lässt der Rezensent Bueb sogar seine Auslassungen zu Autorität, Herrschaft und Macht durchgehen. 

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.09.2008

Nicht anfreunden kann sich Jens-Christian Rabe mit Bernhard Buebs neuem Buch "Von der Pflicht zu führen", dem Nachfolger des Bestsellers "Lob der Disziplin". Das "vorbelastete Vokabular", mit dem der frühere Internatsdirektor provozieren möchte, ist für Rabe gar nicht einmal das ärgste Problem des Buchs. Vielmehr stört ihn, dass der Autor die Strenge, mit der er auftritt und die er fordert, selber beim Schreiben vermissen lässt. So hält er ihm einen Mangel an gedanklicher Strenge vor, von fehlender Argumentation ganz zu schweigen. Die zentrale These etwa, Bildung brauche Führung, die Rabe keineswegs teilt, bleibt für ihn bloße Behauptung. Sie werde als "quasi naturgemäße, anthropologische Tatsache" hingestellt, nicht begründet. Außerdem scheint ihm das Buch zu redundant und immer wieder arg widersprüchlich. Einverstanden zeigt er sich dagegen mit der Diagnose der Probleme des Schulsystems und mit der Kritik an einer Ausbildung, in der nicht mehr Bildung, sondern Nützlichkeitserwägungen den Ton angeben. Doch das rettet für Rabe das Buch auch nicht mehr.
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