Wie aus großer Entfernung schauen die Dinge, die Fenster, Türen, Schuhe, Füße, auch die Bäume, Wolken und Landschaften aus Farhad Showghis Gedichten auf ihre Betrachter und Leser zurück. So fern sind sie, dass sie uns fremd werden, und so fremd, dass wir sie mit neuen Augen sehen können. Sie sind eine Welt, wie Kinder sie vielleicht sehen oder Menschen, die nicht in allem nach Sinn und Bedeutung fragen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.01.2009
Nico Bleutge zeigt sich besonders angetan von den Prosagedichten Farhad Showghis, bei denen er eine Nähe zu Dichtern wie Peter Waterhouse und Gennadi Aigi erkennt und dabei dennoch ihre Eigenständigkeit preist. Showghi wurde in Prag geboren, verbrachte einen Teil seiner Jugend im Iran und praktiziert heute als Psychiater und Arzt in Hamburg, informiert der Rezensent, der in den kurzen Texten nicht nur Erinnerungssplitter an Showghis Familiengeschichte, sondern auch Spuren tschechischer und persischer Sprache gefunden hat. Die Gedichte haben insgesamt einen schwebend-somnambulen Ton, der mit entsprechenden Signalwörtern wie "vielleicht" oder "probeweise" immer wieder den Möglichkeitscharakter der Beobachtungen betont, wie Bleutge feststellt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.09.2008
In den Prosagedichten des in Prag geborenen Deutsch-Iraners Farhad Showghi erschließen sich "vorsprachliche", vielleicht gar "vorbewusste" Räume, meint eine in Bann gezogene Rezensentin Dorothea Dieckmann. Dem Autor gehe es in seinen von zwei Zeilen bis zu zwei Seiten langen Texten um das "Verlernen der festgesetzten Sprache", wobei seine Prosa dadurch keineswegs hermetisch-unverständlich werde. Vielmehr erschließe sich demjenigen, der sich darauf einlassen könne, der "Ursprung der Sprache", denn Showghi führt den Leser zurück zu der Erfahrung des Sprechenlernens, so Dieckmann fasziniert. Indem sich Showghi seinen sprachlichen Ursprüngen nähere, dem tschechisch seiner frühen Kindheit, dem mütterlichen Deutsch und dem Farsi des Vaters, öffnet er ein "schönes Tor", das zusammenbringt, was gewöhnlich getrennt ist, so die Rezensentin. Die Texte haben Dieckmann in einen Zustand "leichter Betäubung" versetzt, wie sie zugibt, aber erst so seien ihr die Sprachräume Showghis zugänglich geworden.
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