Evelyn Waugh

Lust und Laster

Roman
Cover: Lust und Laster
Diogenes Verlag, Zürich 2015
ISBN 9783257069303
Gebunden, 288 Seiten, 23,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Pociao. Adam ist überall dabei: Nachts tanzt er mit der jungen hübschen Nina von Party zu Party, um tags darauf als "Mr Chatterbox" in seiner Kolumne den neusten Londoner Tratsch zu verbreiten. Doch wird sein größter Wunsch, die Hochzeit mit Nina, jemals in Erfüllung gehen? Eine Satire auf die Spaßgesellschaft der zwanziger Jahre - noch heute hochamüsant zu lesen. In der brillanten Neuübersetzung von pociao.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.06.2015

Mit größtem Vergnügen liest der Christopher Schmidt Waughs brillante Boshaftigkeiten über die englische Gesellschaft, ihre Spleens und Bigotterie und möchte am liebsten gar nicht mehr aus diesem "Säurebad der Ironie" auftauchen. Wenn ihm hier etwa Ex-Premierminister und Lords in Bordellen begegnen oder kalte Klatschreporter ihrem Leben im Backofen ein Ende setzen, glaubt der Rezensent nicht nur wieder an die gute alte Gesellschaftsreportage, sondern erfreut sich auch an Waughs Bloßstellen der doppelmoralischen Dünkelhaftigkeit. Und dass diese frühen Erzählungen dazu schlichtweg genial übersetzt wurden, macht den Kritiker vollkommen zufrieden.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2015

Fasziniert zeigt sich Hubert Spiegel vom vermeintlichen Wesen Evelyn Waughs, in den Augen des Kritikers ein begnadeter Satiriker, zugleich aber ein mitleidsloses Ekel mit erzkonservativen Ansichten, das "jeden Morgen ein ausgiebiges Bad im Saft seiner eigenen Galle nahm". Ausführlich zeichnet Spiegel Skurrilitäten aus Waughs Leben nach, etwa den an einer Qualle gescheiterten Selbstmordversuch oder den späteren Tod in einer Kloschüssel. Im laut Kritiker von Pociao glänzend ins Deutsche übersetzten Roman "Lust und Laster" tauche Waugh ein ins morbide London der Zwanzigerjahre: "Das Empire steht vor dem Zerfall, die Ideale sind aufgebraucht oder verrottet", schreibt der Rezensent. In Gestalt des glücklosen Klatschreporters Lord Balcairn zeige Waugh - wie in anderen seiner frühen Romane - einen unbeholfenen, weltfremden Helden, der vor allem die Langeweile fürchte und auf Spiegel gerade wegen dieser "lächerlichen Sorge" noch heute modern wirkt.