Der ambitionierten jungen Schauspielschülerin Loni Holl eröffnet sich mit einem Gastengagement in der Provinz endlich die Chance auf das lang ersehnte Debüt. Die junge Frau ergreift die Möglichkeit, ihrem tristen Leben in Wien sowie der Kontrolle ihres Vormundes zu entfliehen und schließt sich der Theatergruppe um Direktor Spörr an. In der Kleinstadt findet sich Loni zwischen Probe, Auftritt und ihrem turbulenten Privatleben wieder: Die Rolle muss gelernt, das Zimmer bezahlt und der Hunger gestillt werden. Dazu hat sie sich ausgerechnet in den hitzigen Regisseur verliebt, dessen Verflossene die umschwärmte Diva des Provinztheaters ist. Die EinwohnerInnen von Mährisch-Niedau, allen voran Notar Dr. Liebig, im Nebenberuf Theaterkritiker des "Mährischen Anzeigers", bilden das kritische Publikum, dem sich die bunte Truppe stellen muss.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2011
Erfreut hat Irene Bazinger die Wiederauflage dieses Romans von Lili Grün. Zu unrecht sei die von den Nazis ermordete Autorin in Vergessenheit geraten, findet die Rezensentin, denn sie erkennt in ihrer eine so würdige wie vergnüglich zu lesende Vertreterin der Neuen Sachlichkeit. In ihrem Roman, der zuerst unter dem kinderbuchartigen Titel "Loni in der Kleinstadt" erschienen war, erzählt sie von einem jungen Mädchen, dessen Traum vom Theater sich nur halb erfüllt: Statt in die großen Häuser von Berlin, München oder Prag kommt sie in eine kleine Truppe, mit der sie fürderhin durch die Provinz tingelt und in Mährisch-Nirgendwo landet. Eine plastische Personenzeichnung, Herz und Humor runden für Bazinger das Lesevergnügen ab.
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