William Somerset Maugham

Der Menschen Hörigkeit

Roman
Cover: Der Menschen Hörigkeit
Diogenes Verlag, Zürich 2011
ISBN 9783257067293
Gebunden, 976 Seiten, 26,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Susanne Feigl und Mimi Zoff. Das Leben scheint es nicht gut zu meinen mit Philip Carey. Der Junge, der früh seine Eltern verloren hat, ist mit seinem Klumpfuß ein gefundenes Fressen für die Hänseleien seiner Mitschüler. Genauso sehr leidet er unter der Engstirnigkeit seines puritanischen Onkels, bei dem er aufwächst. Mit scharfem Verstand, Sarkasmus und Verweigerung setzt Philip sich zur Wehr. Doch erst als er die Schule beendet, kann er endlich ausbrechen: Philips Weg führt ihn als Student nach Deutschland und als Möchtegern-Künstler nach Paris, ehe er in London ein Medizinstudium beginnt. Dort lernt er die Kellnerin Mildred kennen, mit der er sich in eine ebenso heftige wie qualvolle Affäre stürzt. Diese obsessive Liebe, die den jungen Mann beinahe zerstört, ist Dreh- und Angelpunkt dieses Bildungsromans, von dem W. Somerset Maugham sagte: "Ich habe alles, was ich wusste, hineingelegt." Kein anderes Werk des großen englischen Erzählers ist so autobiografisch wie dieser moderne Klassiker. 1915 erstmals erschienen, liegt Maughams Meisterwerk nun in überarbeiteter Übersetzung und neuer Ausstattung wieder vor.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.07.2011

Auch wenn ihm William Somerset Maughams anlässlich einer Neuedition seiner Werke wiederaufgelegter autobiografischer Roman "Der Menschen Hörigkeit" nicht als dessen "elegantestes" Werk erscheint, hat sich die Lektüre für Rezensent Michael Schmitt allemal gelohnt. Denn im Gegensatz zu Maughams Frühwerk überzeuge hier die unverblümte, "selbstquälerische Nüchternheit" mit welcher der Autor seine Entwicklung - ganz in der Tradition des klassischen Bildungsromans - seziere. Der Rezensent folgt Maugham von der lieblosen Kindheit über die Vertiefung in Religion und Kunst bis zum halbherzigen Entschluss Arzt zu werden, stets getrieben von verstiegenen Hoffnungen. Darüber hinaus liest Schmitt den Roman auch als zeitlose Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Fragen: insbesondere in Maughams Ausführungen zum gespannten Verhältnis zwischen Religion, Kunst und der alltäglichen Welt, zwischen der bürgerlichen Gesellschaft und dem empfindsamen Individuum liege der Mehrwert dieses Werkes, so der Kritiker.

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