Eva Illouz

Israel

Soziologische Essays
Cover: Israel
Suhrkamp Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783518126837
Kartoniert, 229 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Michael Adrian. Was geht in einem Land vor, in dem Sicherheit von so überragender Bedeutung ist, dass sich eine Ärztin bereitwillig an einem Mordkomplott beteiligt, weil sie davon überzeugt ist, damit ihre Heimat zu verteidigen? Würden hochrangige israelische Politiker oder Militärs ein Mitglied einer Minderheit gegen den bloßen Verdacht des Hochverrats in Schutz nehmen? Fragen wie diesen spürt Eva Illouz in ihren Essays über Israel nach. Anhand aktueller politischer Entwicklungen und persönlicher Erfahrungen zeichnet sie ein drastisches Bild der israelischen Gesellschaft: Die zunehmende Identifikation mit Ethnie und Religion, so ihre These, droht deren liberalen Charakter zu unterwandern.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.11.2015

Wenn Kritik an Israel, dann von innen und mit Eva Illouz, findet Carsten Hueck. Das neue Buch der erfolgreichen Soziologin, eine Essaysammlung mit Texten aus 2011-2014, besticht für ihn durch analytische Schärfe und durch den Anspruch, Israel auf den Weg der Menschenrechte, der Liberalität und des Universalismus zu führen. Die zu diesem Zweck verfassten Berichte und Fallgeschichten aus der israelischen Gegenwart dienen Illouz laut Rezensent dazu, die Vermischung von Politik und Religion aufzuzeigen, die laut Illouz zu Ungleichheit und Rassismus in der israelischen Gesellschaft führen. Mit Israel-Bashing hat das nichts zu tun, versichert Hueck. Eher mit dem beherzten Versuch, eine Neudefinition jüdischer Identität anzuregen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.08.2015

Dringend lesen, rät Lothar Müller. Eva Illouz lernt der Rezensent in diesen Essays aus den Jahren 2011 bis 2014 als Befürworterin für eine Neugründung Israels als säkularer Staat kennen. Eine, die zudem den Zionismus verteidigt und die ihre Argumente nicht ideologisch, sondern soziologisch begründet, als Frage nach dem Verhältnis von Minderheiten und Mehrheiten in Israel, wie Müller erläutert. Anschaulich werden die Texte für Müller durch Leidenschaft und ihr Eingebettetsein in die Biografie der Autorin, ihre Erfahrungen als sephardisch-jüdisch erzogene Marokkanerin in Frankreich, die zu einem säkularen, liberalen Judentum gefunden hat.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.06.2015

Rezensent Micha Brumlik empfiehlt das neue Buch der israelischen Sozialwissenschaftlerin Eva Illouz allen, die sich für den Nahostkonflikt interessieren und die wissen möchten, wie eine bekennende Zionistin über den jüdischen Glauben als Staatsreligion denkt oder über die Annexion des Westjordanlands. Brumlik macht deutlich: In den zwischen 2011 und 2014 in der linksliberalen israelischen Zeitung "Haaretz" erschienenen Texten spricht sich die Autorin luzide gegen eine Zweiklassengesellschaft aus Juden und Arabern in Israel aus und für ein liberales und universalistisches Denken. Wenn Illouz den Gehorsam junger Israelis und seine Folgen für die Zivilgesellschaft oder die Trauergemeinschaft Israel analysiert, möchte sie der Rezensent gerne vom Vorwurf, eine jüdische Antisemitin zu sein, freisprechen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2015

Nicht nur hierzulande wünscht Rezensent Hans-Christian Rössler der unter dem Titel "Israel" erschienenen Essaysammlung der israelischen Soziologin Eva Illouz viele Leser. Der Kritiker liest hier weniger Anklage und Angriffslust als vielmehr eine Aufforderung zur Selbstkritik. Jüdische Solidarität müsse angesichts der Ungerechtigkeiten gegenüber Palästinensern und Arabern auch von jüdischen Intellektuellen hinterfragt werden, rate Illouz. Auch den Ausführungen der Autoren zur jüdischen Nationalkultur kann der Rezensent gut folgen: Keineswegs wünsche sie die Zerstörung einer jüdischen Identität, aber Offenheit und Neutralität gegenüber Nichtjuden sei dringend erforderlich um Israel aus der Isolation zu führen.
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