Über die Palästina-Frage scheint schon alles gesagt. Das Buch von Petra Wild beweist das Gegenteil. Es orientiert sich an den neuesten Erkenntnissen der Kolonialismus- und Genozidforschung, die den Zionismus als eine Form des europäischen Siedlerkolonialismus ausweisen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.06.2013
Die SZ lässt gern den Tel Aviver Soziologen Moshe Zuckermann schreiben. Er scheut sich nicht, den Deutschen eine "selbstauferlegte Tabuisierung" gegenüber Israel vorzuwerfen und die Kritiker des Landes, gegen "widerliche Schmutzkampagnen" und "perfide Kreuzzüge" in Schutz zu nehmen. Ausgesprochen vorwärts verteidigt Zuckermann denn auch Petra Wilds Buch über das Schicksal der Palästinenser, das zwar nicht Neues über die verzweifelte Lage der Palästinenser und die israelische Siedlungspolitik erzählen kann, aber das mit einer dezidierten Wortwahl: Kolonialismus, Apartheid, schleichender Genozid. Nun gut, räumt Zuckermann ein, die NS-Vergleiche sind vielleicht nicht alle notwendig und treffend - aber kein Grund für die "infame Besudelung", der die Autorin bestimmt ausgesetzt sein wird!
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