Eva Hahn, Hans Henning Hahn

Die Vertreibung im deutschen Erinnern

Legenden, Mythos, Geschichte
Cover: Die Vertreibung im deutschen Erinnern
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2010
ISBN 9783506770448
Gebunden, 839 Seiten, 88,00 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen Abbildungen. Die Vertreibung der Deutschen im östlichen Europa infolge des Zweiten Weltkriegs gehört zu den umstrittensten Themen der deutschen Zeitgeschichte; denn die Geschichte und vielfältigen Erfahrungen der Vertriebenen sind trotz aufwändiger Quellen- sowie Zeitzeugeneditionen und vieler Detailstudien wenig bekannt. Wer wurde wo und wann von wem warum vertrieben?
Das vorliegende Buch klärt anhand einer umfassenden Untersuchung des Erinnerns im breitesten Sinne des Wortes zahlreiche bis heute kursierende Legenden, während es zugleich die ihnen zugrunde liegenden Vorgänge erläutert. Somit entsteht ein detailreiches Bild der gemeinhin als Vertreibung erinnerten Ereignisse. Zugleich zeigt diese Geschichte des öffentlichen Erinnerns, wie jenes Geschehen zwar häufig, meist aber nur metaphorisch erwähnt worden ist, wie manche Berichte der Betroffenen oft wiederholt worden, andere in Vergessenheit geraten sind, und wie aus gefestigten Redewendungen ein Mythos Vertreibung entstanden ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.09.2011

Beeindruckt zeigt sich Winfrid Halder von Hans Henning Hahns und Eva Hahns umfangreicher Dokumention über die "Vertreibung im deutschen Erinnern". Er attestiert dem Autorenpaar eine präzise Analyse einer Fülle an Material und Forschungsliteratur sowie eine "akribische" Arbeitsweise. Hahn und Hahn belegen in seinen Augen, dass das von Wissenschaft und Medien vermittelte Bild von Flucht und Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten "schief" ist. Das Ausmaß der deutschen Eigenverantwortlichkeit - etwa für die massiven Evakuierungen - sei aus politischen Gründen in den Hintergrund gerückt worden. Interessierte Laien dürften nach Einschätzung Halders von dem Werk wegen des hohen Preises und des Umfangs eher abgeschreckt sein. Historiker werden seiner Ansicht nach aber nicht um eine Auseinandersetzung damit herum kommen. Sein Fazit: eine "kritische, unbequeme Bestandsaufnahme", die "produktive Debatten" anregen kann.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.03.2011

Anerkenned äußert sich Rezensent K. Erik Franzen über Eva Hahns und Hans Henning Hahns voluminöses Werk "Die Vertreibung im deutschen Erinnern". Das Thema der Zwangsmigration der Deutschen in Folge des Zweiten Weltkriegs scheint ihm überaus vielschichtig und unübersichtlich. Die beiden Historiker werden in seinen Augen dieser Komplexität gerecht, setzen ihr Unterfangen, das Ereignis der Vertreibung und die Erinnerung daran zusammenzubringen, überzeugend um. Deutlich wird für ihn etwa, dass der Vertreibungsdiskurs jahrzehntelang nicht hinreichend durch quellennahe, faktenorientierte Studien unterfüttert war. Zudem bescheinigt er den Autoren, ohne dabei konkret zu werden, ein "beachtliches Gespür für die richtigen Fragen und die grundlegenden Zusammenhänge des Erinnerungskomplexes Vertreibung".
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