Klappentext

Herausgegeben und aus dem Englischen übersetzt von Klaudia Ruschkowski. In den letzten Jahren hat Etel Adnan vier große, aufeinanderfolgende Poeme geschrieben: "Jahreszeiten", "Meer", "Nebel", "Nacht" und den Prosatext "Premonition", was man mit (Vor-)Ahnung übersetzen kann. Dieser Band versammelt ihre letzten beiden Texte: "Nacht" und "(Vor-)Ahnung". "Wir leben bei Tag, und mein Gefühl ist, dass wir das Mysterium der Nacht verloren haben. Vielleicht wäre die Menschheit anders, wenn wir mehr bei Nacht gelebt hätten als bei Tag." " Nacht" ist ein Poem aus Gedankensplittern, "(Vor-)Ahnung" ein Blues, ein seltsam langsamer Rap. Jeder Gedanke kann einzeln und für sich stehen. Er kann sich aber auch mit den anderen zu einem (inneren) Bild fügen, das die (inneren) Bilder des Lesers in sich aufnimmt. Etel Adnan wirft durch die Kombination von (Vor-) Ahnung und Nacht einen Schlagschatten auf ihre eigene Gegenwart, zuweilen mit Heftigkeit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.2016

Renate Wiggershaus erlebt die Nacht als Expansion und Trost in diesen vier von Klaudia Ruschkowski zusammengestellten und "kongenial" übertragenen Texten Etel Adnans. Subjektiv, mal lyrisch, mal essayistisch erklärt die Autorin ihre Faszination an der Nacht und lädt die Leserin sodann ein, meint Wiggershaus, an ihren nachts freigesetzten Gedanken, Bildern und Träumen teilzuhaben. Es geht um Kosmos und Zeit, erklärt die Rezensentin, um Liebe, Gott, Angst und Krieg, Themen, die die Autorin mit nachdenklich machenden und herausfordernden Fragen versieht, wie Wiggershaus erläutert. Fesselnd findet die Rezensentin auch die zum Einsatz kommenden Stilmittel Ironie, Paradoxie, Personifikation und Vertauschung und die ausgewogene Komposition dieser Nachtstücke zu einem Ensemble.
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