Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Stefan Weidner. Aus dem Arabischen von Ursula und Simon Yussuf Assaf sowie von Stefan Weidner. "Das Tal der Rituale" versammelt Fuad Rifkas schönste Gedichte aus den letzten 15 Jahren, darunter eine Auswahl aus den seit langem vergriffenen Bänden Tagebuch eines Holzsammlers und Gedichte eines Indianers, die bereits 1990 und 1994 auf Deutsch erschienen, sowie drei jüngeren, noch unübersetzten Gedichtbänden. Rifkas Weg zu dem einen, absoluten Gedicht dokumentiert sich hier durch eine zunehmende Verknappung und Läuterung der poetischen Mittel, was Rifka eine Sonderstellung unter den großen arabischen Dichtern der Gegenwart verleiht. Zwar bleibt das Pathos der arabischen Poesie unterschwellig erhalten, doch verzichten diese Gedichte auf die traditionellen rhetorischen Mittel.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2003
Die nun in einer zweisprachigen Ausgabe vorliegen ausgewählten Gedichte des syrisch-libanesische Dichters Fuad Rifka haben Rezensent Ludwig Ammann schlichtweg ergriffen. In seinen Gedichten, die um das Altern, die Sehnsucht nach dem Ursprung, den Schöpfer und geliebten Menschen kreisen, wisse Rifka mit einfachen, am Vortragsstil der Bibel geschulten Worten eine "Saite zum Klingen zu bringen, ja den Leser zu erschüttern", bekennt Ammann. Stefan Weidners deutsche Fassung der Hymnen hat dabei ebenfalls ihn überzeugt. Weidner treffe den "rechten Ton", auch wenn er hin und wieder "ohne Not" die Syntax vereinfache. Auch die Gestaltung des Bandes ist für Ammann ein Grund zur Freude: so schön seien die Seiten gesetzt, "dass sich das arabische Original in Ziegelrot und die deutsche Version in Schwarz zu einem typografischen Kunstwerk fügen".
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