Zum fünfzigsten Jahrestag seiner Erstveröffentlichung ist nun Ernst Blochs einst epochales Werk wieder aufgelegt worden - Anlass für Thomas Assheuer, das "überbordend reiche Buch eines unendlich belesenen Autors" noch einmal zu würdigen. Und zu erklären, warum wir so heute nicht mehr denken können. Denn die Grundlage von Ernst Blochs Denken sei, so Assheuer, der messianisch-marxistische Glaube gewesen, dass die Geschichte von einem Wind in die Zukunft getrieben werde, wo sich Freiheit verwirklichen und alle Kultur an ihr Ziel gelangen würde. Diese Theorie sei heute entzaubert. Denn aus dem utopischen Noch-Nicht sein ein Nicht-Mehr geworden, aus der messianischen Hoffnung angesichts der Zerstörung der Natur ein apokalyptisches Vorgefühl. Auch stilistisch hat Assheuer gegen Bloch Einwände, mit denen er sich an Argumenten des jungen Jürgen Habermas orientiert, den Blochs "spätexpressionistischer Stil" , seine "Schmidt-Rotluff-Philosophie" einst eher an "Böcklin als an Benjamin" erinnerte. Trotzdem klingt auch durch Assheuers blochskeptischen Text an vielen Stellen deutlich die Sehnsucht durch, noch einmal wie Bloch denken zu können. Vorläufig bleibt ihm allerdings nur, sich an das aufs realistische Normalmaß geschrumpfte, einst so totale (und auch totalitäre) Prinzip Hoffnung wie an einen letzten Fetzen Metaphysik zu klammern.
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