Ernestine Amy Buller

Finsternis in Deutschland

Was die Deutschen dachten. Interviews einer Engländerin 1934-1938
Cover: Finsternis in Deutschland
Elisabeth Sandmann Verlag, München 2016
ISBN 9783945543092
Gebunden, 352 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Michael Pfingstl. Herausgegeben von Kurt Barling. Wie gerät ein ganzes Volk in die Fänge des Extremismus und was denken ganz normale Menschen darüber? Immer wieder reist die in England lebende Ernestine Amy Buller nach Deutschland und führt hier, insbesondere zwischen 1934 und 1938, intensive Gespräche mit Menschen unterschiedlicher Gesellschaftsschichten. Sie möchte verstehen, warum in einem so kultivierten Land so viele Menschen der Nazi-Ideologie verfallen konnten. Ihre Gespräche mit Offizieren, Studenten,Hausfrauen, Beamten, Pastoren, aristokratischen Großgrundbesitzern u.v.a. veröffentlicht sie 1943 in England unter dem Titel "Darkness over Germany".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2016

Bereits 1943 in England erschienen, liegt Ernestine Amy Bullers eindrucksvoller Band "Finsternis in Deutschland" nun erstmals auf Deutsch vor, informiert Gina Thomas. Die hier veröffentlichten Gespräche mit Regimegegnern und Hitler-Anhängern, die von Buller einst mit der Intention einer Umerziehung der Bevölkerung nach der Kapitulation geführt wurden, sind noch heute "ergreifende" Dokumente, versichert die Kritikerin. Sie liest hier etwa, wie ein jüdischer Junge seinen Vater blutig schlägt, nachdem er aufgrund seiner Herkunft aus der Hitlerjugend ausgeschlossen wurde oder wie Mütter zuhause versuchten, ihren Kindern die Nazi-Indoktrinationen wieder auszutreiben und in Folge inhaftiert wurden. Vor allem erhält die Rezensentin hier tiefe Einblicke in den Alltag der Deutschen unter Hitler. Dass die christliche Universitätsangestellte Buller weder stilistisch noch intellektuell besonders anspruchsvoll schreibt, sieht Thomas ihr gerne nach. Das dröge Vorwort des britischen Journalismus-Professors Kurt Barling, meint die Rezensentin, wird Buller allerdings nicht gerecht, die von der beeindruckten britischen Königin immerhin als "furchterregend" bezeichnet wurde.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 25.06.2016

Im Jahre 1943 bereits in England veröffentlicht und nun erstmals auf Deutsch erschienen, kommen Ernestine Amy Bullers zwischen 1934 und 1938 geführte Gespräche mit Deutschen dennoch genau zum richtigen Zeitpunkt, meint Andrea Seibel. Denn angesichts der wachsenden Ressentiments und des rassistischen Populismus in heutigen Demokratien, kann die Kritikerin nur dringend zur Lektüre dieser Interviews raten. Was Buller hier in Gesprächen mit Offizieren, SSlern, Pfarrern, Müttern, Lehrer, Kindern und Jugendlichen an Verzweiflung, Angst, aber auch an Wahn und Gleuchgültigkeit der Judenverfolgung gegenüber zu hören kam, stimmt in jedem Falle sehr nachdenklich, versichert die Kritikern.