In einer Kurzbesprechung weist Dorion Weickmann auf die Verdienste dieses Bandes hin: Erinnerung, so lege die Autorin dar, sei nicht objektiv. Es komme bei Interviews mit Zeitzeugen darauf an, "ausgefeilte Methoden" zu entwickeln, um die "unterschwelligen Botschaften" zu entschlüsseln, die sich in den Berichten der Zeugen finden. Anders als es Steven Spielberg mit seinem großen Interviewprojekt zum Holocaust nahelege, zeige Jureit, dass Zeugenaussagen "keinen unmittelbaren Zugang zur sozialen Wirklichkeit" verschafften. Weickmann beklagt, dass die "oral history" solche Reflexionen zu Befragungstechniken bisher zu wenig beachtet.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…