Erhard Eppler

Vom Gewaltmonopol zum Gewaltmarkt?

Die Privatisierung und Kommerzialisierung der Gewalt
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783518122884
Kartoniert, 154 Seiten, 9,00 EUR

Klappentext

In Erhard Epplers neuem Buch geht es um die Analyse und Einordnung des islamischen Terrors in einen Vorgang, der alle Kontinente erfaßt hat: die Entstaatlichung, Privatisierung und Kommerzialisierung von Gewalt. Das rechtstaatliche Gewaltmonopol wird zunehmend ausgehöhlt, in einigen Teilen der Erde ist es längst beseitigt durch die Privatisierung der Gewalt. Was könnte es, so fragt dieses Buch, bedeuten, wenn wir, statt den "Krieg gegen den Terrorismus" zu proklamieren und dann Kriegsgegner auszusortieren, den Terror als die für uns gefährlichste Form privatisierter und kommerzialisierter Gewalt zu bekämpfen?

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.10.2002

Der 11. September, so Reinhard Blomert, hat gezeigt, dass der "privatisierte Terror" nunmehr auch "Nordamerika erreicht" hatte. Epplers Buch mahnt, dass diese Art Terror dort auftritt, "wo der Staat zu schwach ist". Problematisch ist es für Eppler deshalb, dass die USA nicht nur ständig den "Abbau des Staates" beschwört, sondern sich außerdem am Waffenhandel mit "Diktatoren, Paramilitärs und Terrororganisationen" beteiligt. Laut Reinhard Blomert verdächtigt Eppler die USA, sie sei in Wirklichkeit "nicht interessiert" an der "Weltzivilgesellschaft, von der Europa träumt". Ob und wie der Autor das begründet oder beweist, darüber erfahren wir in dieser Kurzbesprechung leider nichts.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.05.2002

Rezensent Johanno Strasser zeigt sich von Erhard Epplers Buch sehr angetan. Wie er in seiner primär referierenden Besprechung ausführt, beschäftigt sich Eppler in zwölf knappen Kapiteln mit dem Phänomen des nationalstaatlichen Verfalls und dem Auftauchen neuer Formen des Terrorismus. Dabei vertrete Eppler die These, dass die Ursachen der terroristischen Bedrohung, die seit dem 11. September im öffentlichen Bewusstsein präsent ist, im Zerfall des Gewaltmonopols vieler Staaten liegen. So führt Eppler verschiedene Staaten an, in denen paramilitärische Gruppierungen das Gewaltmonopol an sich gerissen haben und wirft die Frage auf, wie man solcher nichtstaatlichen Gewalt Einhalt gebieten kann, berichtet Strasser. Die Wirksamkeit klassischer Kriegsführung gegen einen "unsichtbar" agierenden Gegner erscheinen Autor wie Rezensent jedenfalls zweifelhaft. Die Globalisierung habe mit zur Aushöhlung des Gewaltmonopols der Staaten beigetragen, die weltweite Ausbreitung des Gewaltmarktes mit Söldnerheeren und Waffenhandel trage sein übriges zur Situation bei. Daher plädiert Eppler nach Auskunft Strassers für eine Stärkung nationalstaatlicher Strukturen, die Stärkung der Uno und eine gerechtere Verteilung des Reichtums.
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