Elsa Triolet

Die Frau im Nerz. Die Betrogenen

Cover: Die Frau im Nerz. Die Betrogenen
Edition Ebersbach, Dortmund 2001
ISBN 9783934703230
Gebunden, 112 Seiten, 13,70 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Lydia Babilas. Der Verlust von Jugend und Schönheit ist ein zentrales Thema in den Texten von Elsa Triolet. Ihre Heldinnen machen sich keine Illusionen darüber, dass sie dem natürlichen Prozess des Alterns nicht entgehen können. Auch die Ich-Erzählerin in "Die Frau im Nerz" bemerkt an ihrem Körper mir Abscheu die Veränderungen, die das Alter und die entbehrungsreichen Kriegsjahre mit sich bringen. Unter diesen Umständen wird das bevorstehende Wiedersehen mit dem totgeglaubten Geliebten zur Bedrohung ...
In "Die Betrogenen" haben sich Schwiegermutter und Schwager mit Familie bei Charlotte einquartierte und gehen ihr gehörig auf die Nerven. Charlotte entkommt der Trostlosigkeit ihres Alltags bei ihren Freunden auf dem Land, fern von Paris und vom Krieg, aber die Idylle trügt ...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.06.2003

Elsa Triolet erweist sich in den zwei Novellen als "Meisterin in der Zeichnung verschnörkelter Charaktere", erklärt Rezensent Thomas Laux. Auch wenn die Geschichten zur Zeit der deutschen Besatzung im Frankreich des Zweiten Weltkriegs spielen, scheint der historische Hintergrund nicht die wichtigste Rolle zu spielen. Es gehe eher um den "sowohl schleichenden wie unvermeidbaren Zerfall von Sicherheiten" im Leben zweier Frauen und um "Täuschung und Selbsttäuschung", erläutert Laux, und verspricht, dass Dramatik und Gewalt zu einem Zeitpunkt einsetzen würden, da man nicht mehr damit rechne.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.05.2001

In aller Deutlichkeit nimmt Franziska Meier die langjährige Lebensgefährtin von Louis Aragon und Schriftstellerin Elsa Triolet, 1970 verstorben, in Schutz. Sehr zu Unrecht werde ihr nämlich immer wieder vorgeworfen, den Dichter von der Dichtkunst abgehalten und stattdessen mit kommunistischem Gedankengut infiltriert zu haben. Überhaupt seien über die Autorin zahllose Legenden und unterschiedliche biografische Angaben im Umlauf, weiß die Rezensentin, mit denen sie in ihrer Besprechung gründlich aufräumt. Sehr erfreut ist sie über das Anliegen der Edition Ebersbach, nach und nach die unbekannten Erzählungen, die die Russin in Französisch abgefasst hatte, auf Deutsch zu veröffentlichen. So auch die beiden vorliegenden, "feinen psychologischen Porträts von Frauen, die in einer Krise stecken", schreibt Meier. Im politisch-historischen Kontext ihrer Entstehung wirken die Erzählungen auf Meier erstaunlich harmlos. Und trotzdem. Beide hält die Rezensentin für Perlen psychologischer Charakterisierungskunst. Auch wenn beide Protagonistinnen zum Typus der poupée und der Frau im Kleinbürgertum zählen, Triolet führt sie ohne Kritik und Häme vor, denkt Meier. Am Stil übt die Rezensentin aber Kritik. Sie mutmaßt, dass die etwas unbeständige Schreibweise daher rührt, dass Triolet nicht in ihren Muttersprachen, Deutsch und Russisch, schrieb oder ihr keine Zeit zur Überarbeitung der Texte blieb. In einem aber ist sich die Rezensentin sicher: Der Erzählband zeige, dass die Autorin zu Unrecht in der Literaturgeschichte eine stiefmütterliche Existenz friste.