Aus dem Englischen von Theodor. A. Knust und Heddi Feilhauer. Wie groß muss eine Liebe sein, um Grenzen zu überwinden, die sich aus Unterschieden in Alter und Herkunft ergeben? Als die vierzigjährige Vita Sackville-West 1932 ihren Roman "Eine Frau von vierzig Jahren" veröffentlicht, ist die Aufregung in der Londoner Gesellschaft groß. Anklage? Beichte? Selbstdarstellung? Auf jeden Fall empörend offen, unkonventionell, wenn nicht gar skandalös. Erzählt wird die Geschichte der aus großbürgerlichen Kreisen stammenden Witwe Evelyn Jarrold, die mit vierzig Jahren die Liebe ihres Lebens erfährt. Die Begegnung der reifen Frau mit dem fünfzehn Jahre jüngeren Miles reißt Evelyn aus den Konventionen ihres eleganten, aber inhaltsleeren Lebens. Sie ist zu vollkommener Hingabe bereit. Miles dagegen denkt gar nicht daran, sein ausgefülltes Leben als Gutsbesitzer, Politiker und Buchautor ihr zuliebe zu ändern, auch wenn er sie zweifellos anhimmelt. Denn wie sagte schon Byron: "Im Leben eines Mannes ist die Liebe eine Nebensache."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2012
Mit großer Freude hat Norbert Lennartz diese Neuübersetzung von Vita Sackville-Wests 1932 erschienenem Roman "Eine Frau von Vierzig Jahren" aufgenommen. Das Werk ist in seinen Augen ein packendes Porträt der vom Viktorianischen Zeitalter geprägten Generation. Im Mittelpunkt sieht er Evelyn Jarrold, für ihn eine der berührendensten literarischen Frauenfiguren seit Emma Bovary, der es nicht gelingt, sich von gesellschaftlichen Konventionen zu lösen und nach dem Tod ihres im Krieg gefallenen Gatten mit einem jüngeren Mann eine neue Beziehung einzugehen. Auch wenn das Werk erzähltechnisch nicht dem modernen Roman huldigt, sondern eher viktorianischen Schriftstellern verpflichtet bleibt, zeigt sich Lennartz tief beeindruckt von Sackville-Wests Darstellung der Zerrissenheit Evelyn Jarrolds. Sein Fazit: ein "Meisterwerk", das jetzt in einer neuen Übersetzung von Heddi Feilhauers zu entdecken ist.
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