Elke Naters

Mau Mau

Roman
Cover: Mau Mau
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2002
ISBN 9783462030723
Gebunden, 174 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

In ihrem neuen Roman erzählt Elke Naters die verstörende Geschichte eines Gruppenurlaubs, der die Beteiligten an ihre Grenzen führt - und weit darüber hinaus. Ein Buch über die Beziehungen zwischen den Menschen, ihre Sehnsüchte und ihr Scheitern. Seit Jahren macht Ida alleine Urlaub auf einer kleinen Insel im Indischen Ozean. Zum ersten Mal bekommt sie Gesellschaft, und plötzlich ist alles ganz anders. Ida und Mika, die beiden Erzählerinnen, liefern völlig abweichende Versionen des immer rätselhafteren Geschehens. Die eine dreht sich um Freundschaft, Neid, Missgunst und Verrat, die andere um Liebe, Verachtung, Krankheit und Tod.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.07.2002

Der Roman als Gucci-Tasche. Bei all dem Interesse der Autorin am Außen der Dinge findet Elke Buhr es angebracht, sich diesem Buch "von der Oberfläche her" zu nähern, vom Cover nämlich. Zu sehen sind von Naters eigenhändig geschossene Fotos, Schappschüsse. Und so ist das ganze Buch. "Der Überblick der Totalen ist nicht erwünscht, genauso wenig wie ein Dahinter oder ein historisches Früher." Eine Momentaufnahme also "aus sehr subjektiver Perspektive": Fünf Freunde auf einer Insel "bei der professionellen Spaßproduktion". Buhr gruselt's ein wenig ob des Wiedererkennungseffekts der Beziehungsbeschreibungen, "dieser spätadoleszenten Mini-Gesellschaft" möchte sie "gar nicht so intensiv beiwohnen". Lieber schon dem zweiten Teil des Romans, wo "doch noch so etwas wie Handlung beginnt" und Naters "mit grausamem Witz" eine Liebesgeschichte erzählt. Dass auch die den Leser letztlich nicht wirklich angeht, glaubt Buhr, liegt am Schnappschussformat.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.03.2002

Mit Wohlwollen hat sich Martin Krumbholz unter die fünf Urlauber gemischt, von denen Elke Naters in ihrem neuen Roman "Mau Mau" erzählt. Der Leser vertraue sich gerne Ida, der hellsichtigen, genau beobachtenden Erzählerin des 174 Seiten starken Buchs, an, schreibt der Rezensent. Ida, Antipodin der egozentrischen Mika, Frank, das Wrack, der androgyne Carsten, der scheinbar mit der schönen Susanne zusammen ist - quasi als Sechster der Clique ("Ida hat Recht", schreibt er, "Frank taugt nicht viel.") nimmt Krumbholz zunächst die Psychologie von Naters Charakteren, schließlich den Aufbau unter die Lupe. Und ist begeistert: von der Tiefgründigkeit des Romans unterhalb des an der Oberfläche "grassierenden Narzissmus"; von Naters inzwischen perfektioniertem, "solitären Erzählansatz"; ihrer schlackenlosen, unprätentiösen Sprache; schließlich der Dramaturgie, die von "bestechender Kunstfertigkeit" zeuge. Applaus.
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