Nach ihrem Wehrdienst will die Israelin Iris Bahr nicht mehr Offizieren, sondern allein ihrer Libido gehorchen. Denn ihr ganz persönlicher "Gazastreifen", dem eindeutig eine stabile Infrastruktur und regelmäßiger Verkehr fehlen, schreit nach Befreiung. Die Lösung: Asien. Iris packt ihren Rucksack und wirft sich ins Getümmel des Lonely Planet-Universums. Schon in Thailand findet sie den perfekten Mann - nur treibt der es mit jeder außer ihr und versumpft zuletzt in den thailändischen Bergen. Neues Spiel, neues Glück in Vietnam. Iris' Reisegefährten werden zahlreicher, Würmer inklusive. Die Trefferwahrscheinlichkeit steigt, wäre da nicht? In Nepal gerät sie zwischen die Stühle einer Männerfreundschaft, so dass nach der gemeinsamen Trekkingtour im Himalaja Eiszeit herrscht. Was tun? Zur Ruhe kommen, in sich gehen. Wo? Am besten in Indien. Das Chaos in Delhis Straßen weckt die Sehnsucht nach spiritueller Führung. Als Iris beim Dalai Lama vorbeischauen möchte, muss sie erfahren, dass er ausgeflogen ist - ausgerechnet nach Tel Aviv! Zurückgeworfen auf sich selbst, reift in Iris schließlich die Erkenntnis, dass sie Hilfe von außen gar nicht braucht. In ihr ruhen die Kraft, die Sicherheit und der Stolz auf den eigenen Körper. Der Erfüllung steht nun nichts mehr im Wege.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.12.2007
Die rezensierende Autorin Elke Naters hat sich durchaus amüsiert mit diesem "coming-of-age"-Roman über eine junge Israelin, die auf einer Südostasienreise ihre Unschuld verlieren will. Doch Naters hat auch einiges zu bemängeln. Dabei stören sie nicht die Klischees an sich, sondern ihre erstaunlich unsubtile Aufbereitung durch die Autorin und Komikerin Iris Bahr. Außerdem moniert sie, "dass die Pointen aus einem Maschinengewehr gefeuert kommen" und dadurch "manchmal erschlagend" wirken. Auch mit der Übersetzung ist Naters nicht zufrieden, auch wenn sie zugesteht, dass solche "schnellen englischen Wortspiele" kaum angemessen ins Deutsche zu übertragen sind. Doch abgesehen von diesem Problem bemüht sich Bahr nach Meinung der Rezensentin auch nicht wirklich, Phrasenhaftes zu vermeiden. Doch abgesehen von diesen Mängeln kann man mit dem Buch nach Naters Meinung durchaus seinen Spaß haben - gerade auch wegen der "eher stillen Passagen", die es zur Freude der Rezensentin auch gibt.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…