Aus dem Englischen von Andrea Ott. Seine ersten Tage als Landarzt hatte sich Dr. Harrison weniger turbulent vorgestellt. In London aufgewachsen, provoziert er bei den unverheirateten Damen von Duncombe arglos Missverständnis um Missverständnis und findet sich plötzlich dreifach verlobt. Erst nach zahlreichen Geständnissen ist der Weg frei für die große Liebe. In "Cousine Phillis" zeigt sich der jugendliche Erzähler betört vom ländlich-einfachen Charme seiner reizenden Verwandten. Gerade sein wohlmeinender Rat setzt deren Lebensglück jedoch ein tragisches Ende. Die Geschichte vom "Schafscherer in Cumberland" führt uns schließlich auf einem heiteren Spaziergang durchs sommerliche Nordengland.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2010
Pünktlich zum 200. Geburtstag der Autorin erscheint diese Neuauflage mit Erzählungen. Jürgen Kaube ist beeindruckt vom Primat des Berichts bei Verzicht auf alles Philosophische in diesen Texten. Den Band nicht gleich aus der Hand zu legen, rät er uns allerdings, auch wenn wir Spannung erwarten, denn für Kaube hat Elisabeth Gaskell ein Anliegen. Es geht um die Schilderung von dem Untergang Geweihtem im Zuge der Industrialisierung, um den Einzug von Dampfmaschine und preiswerter Briefpost. Und hier spürt der Rezensent sogar etwas Unheimliches in den Texten, immer dann, wenn das märchenhafte "Es war einmal..." von Gaskell angewandt wird, um noch Existierendes zu beschreiben. Für Kaube ist der Band eine gute Gelegenheit, diese bei uns beinahe vergessene Autorin kennenzulernen.
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