Simone Scharbert

Für Anna

Eine Belichtung
Cover: Für Anna
edition Azur, Dresden 2025
ISBN 9783942375757
Kartoniert, 180 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Anna Atkins, geboren 1799 im englischen Tonbridge, gestorben 1871 in Halstead, gilt heute als eine der ersten Fotografinnen. Mit ihrer unermüdlichen Arbeit leistete sie einen wichtigen Beitrag zur Wissenschaft des viktorianischen Zeitalters - und wurde doch kaum wahrgenommen. Zu einer Zeit, in der Erinnerung, Dokumentation und Bebilderung fast ausschließlich der Malerei und Illustration vorbehalten waren, widmete sie sich einem einfachen manuellen Verfahren, das mit Hilfe von bloßem Licht und UV-empfindlich beschichtetem Papier neue Möglichkeiten der Abbildung schuf. Die so entstandenen Cyanotypien gelten heute als Vorläufer der späteren Fotografie.In ihrem dritten Prosatext nach "du, alice" (2019) und "Rosa in Grau" (2022) verfolgt Simone Scharbert ihr Projekt des Sichtbarmachens weiblicher Biografien weiter. Sie erzählt, wie Anna Atkins gegen viele Widerstände ihre fotografischen und wissenschaftliche Arbeiten vorantrieb, im Gepäck all die Verluste ihres Lebens, Fragen der Erinnerung und der Belichtung. Leise eingestreut sind kleine Einblicke in botanische sowie koloniale Geschichte des viktorianischen Zeitalters.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 09.07.2025

Rezensent Christoph Schröder ist langsam ein wenig genervt von den vielen literarisierten Biografien, die Fakten und Poesie mischen. Jüngstes Beispiel ist dieses Buch von Simone Scharbert, das der britischen Botanikerin und Illustratorin Anna Atkins gewidmet ist, die im 19. Jahrhundert für ihre Cyanotypien kurzzeitig Bekanntheit erreichte. Der Kritiker hat zunächst gar nichts gegen den "stakkatohaften" Stil der Autorin einzuwenden. Bald muss er aber feststellen, dass der "poetische Mehrwert" der Worthäufungen überschaubar bleibt und der Manierismus der Sprache nicht nur zu Lasten der biografischen Fakten geht, sondern nicht selten auch einfach redundant ist. Und wenn Scharbert im Nachwort schließlich über das Sehen an sich reflektiert und Anna Atkins' Forschungen auf den britischen Kolonialismus bezieht, steigt Schröder schließlich ganz aus.

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