Eliot Weinberger

Das Wesentliche

Cover: Das Wesentliche
Berenberg Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783937834290
Gebunden, 216 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Peter Torberg. Der New Yorker Eliot Weinberger ist einer der engagiertesten Publizisten in den USA. Scheinbar unverbunden handeln diese Bruchstücke aus 4000 Jahren Natur- und Menschheitsgeschichte vom Wind, von Strudeln, von Menschen, die Chang heißen, von Mohammed und den Sternen, von William Blakes Tiger, von Noahs Nachkommen im Irak und Iran, von Zaunkönigen, von mathematischer Musik in der peruanischen Wüste. Zusammengelesen ergeben sie ein weltumspannendes Bild, in dem das Wort Globalisierung plötzlich einen ganz anderen, fremderen und zugleich wärmeren Sinn bekommt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.12.2008

Recht angetan zeigt sich Rezensent Tobias Wenzel von diesen feinen Essays Eliot Weinbergers. Wie der Autor abseitiges Wissen, abgelegene Gedanken und Geschichten zusammenbringt, fasziniert ihn. Der Gefahr, mit konzentriertem Wissen zu ermüden, ist Weinberger für sein Empfinden dabei glücklich entgangen. Die Essays haben für ihn etwas Verführerisches. Zum einen weil es dem Autor seines Erachtens gelingt, dem Leser "Faszinierend-Fremdes" wie die lautmalerische Sprache eines Volkes in Papua-Neuguinea oder die vielen Bedeutungen des Windes im alten China näher zu bringen. Zum anderen weil er die Weise schätzt, wie die Essays "augenzwinkernd Widersprüche" ans Licht bringen. Außerdem schätzt er Weinberger als "Aufklärer" und zwar als einen "angenehm unaufdringlichen". Für eine Lektüre am Stück scheint Wenzel das Buch allerdings nicht geeignet. Er vergleicht es in diesem Zusammenhang mit einem guten Pesto: "zu reichhaltig und zu intensiv, um auf einmal konsumiert zu werden".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.12.2008

Ganz hingerissen zeigt sich Rezensent Hans-Peter Kunisch von Eliot Weinbergers glänzenden Essays. Die Texte des vorliegenden Bands unterscheiden sich für ihn auf den ersten Blick radikal von Weinbergers politischer Abrechnung mit George W. Bush "What I heard about Iraq", die in der "Lettre International" (68) auf Deutsch erschienen ist, befassen sie sich doch mit eher abseitigen Themen wie die Weltanschauung vergessener Völker, chinesische Dynastien, Katharina von Siena oder Empedokles. Und doch sieht Kunisch Gemeinsamkeiten. Er hebt in diesem Zusammenhang hervor, dass es in beiden Fällen um "Figuren der Überraschung" und "die durch sie vermittelte Erkenntnis" gehe. Und egal, ob Weinberger über aktuelle Themen oder über Rituale ausgestorbener Völker schreibt, seine Essays sind für Kunisch stets "exzentrisch funkelnde Texte", elegant formuliert, packend und nie redundant.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.11.2008

Als Essayist ist der Übersetzer, Herausgeber und Fast-Sinologe Eliot Weinberger berühmt für seine Methode, durch die Kompilation von Text-Fundstücken, Informationen oder Aussagen zu einem Thema fast unmerklich zu neuen Erkenntnissen zu führen, erklärt Michael Schmitt. Dieses Verfahren kann man auch in seinem neuen, nun in deutscher Fassung vorliegenden Essayband bewundern, der auf spielerische und poetische Weise anhebe, "ein paar Gewissheiten über die Welt zu unterlaufen", wie der Rezensent preist. Politische Essays, mit denen der amerikanische Autor durchaus ebenfalls Eindruck gemacht hat, spart der vorliegende Band aus zugunsten von zeitloseren Themen, wie "Wunden und Prüfungen" im Leben Mohammeds, "Strudel und Wirbel" oder das wandelnde Bild, das sich die Menschen vom Nashorn gemacht haben, so Schmitt ganz einverstanden. Für ihn sind Weinbergers Texte nicht nur eine wirksame Form die Welt zu durchleuchten, mitunter verzaubern sie sie auch, schwärmt er.
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