Monde über Monde kennen unsere Geschichten, von Peterchens Mondfahrt bis zum Orlando Furioso, von Goethes Mondgedichten bis zum Werwolf im Film. Das Mondgesicht Oliver Hardys sind Lazy Moon. Münchhausen muss seine Axt in den Mondkratern suchen, und die NASA hat die Landung auf diesem Himmelskörper bekanntlich im Studio gedreht. Wir erzählen uns stets aufs Neue vom Mond, weil er zu unserer Überraschung immer wieder über den Wäldern und den Dächern der Stadt steht, unbeständig und ewig verlässlich, eine Fläche, der wir unsere Wünsche und Ängste einschreiben und die wir mit unseren Phantasien bevölkern. Joachim Kalka verwebt Mondzitate aus Oper und Roman, Film und Comic, Reisebericht und Kinderbuch zu einer eigenen Gedankenlandschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2016
Rezensent Tilman Spreckelsen findet Überraschendes in Joachim Kalkas Essay über Mensch und Mond in der Literatur. Kalkas kleine Kulturgeschichte erinnert den Rezensenten an bekannte Texte wie Peterches Mondfahrt oder Morgensterns Galgenlieder, aber auch an Entlegeneres wie Charles Fouriers Fantasien zu einem kranken Mond. Wohl geordnet und betrachtet von allen Seiten, erscheint der Mond Spreckelsen in all seiner Unheimlichkeit, aber auch in seiner wachstumsfördernden Kraft. Wie der Mond auf den Menschen wirkt, wäre also geklärt. Und andersherum? Außer der Raumfahrt hat der Autor hier Texte zu bieten, die bis in die Antike reichen, erklärt der Rezensent, aber auch Jules Vernes und Tintins Reisen tauchen auf. Ein wundervoller, immer wieder überraschender Band, findet Spreckelsen.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…