Christina Peri Rossi

Die Zigarette

Leben mit einer schönen Verführerin
Berenberg Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783937834016
Gebunden, 208 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg. Nicht nur für Hollywoodstars war die Zigarette unverzichtbares Requisit. Menschen mit Sinn für die Ästhetik des Lebens haben zur Zigarette gegriffen - um zu genießen und gut auszusehen. Seit sie als Kind in Montevideo jenen tollen Frauen begegnete, die in aller Öffentlichkeit Kaffee tranken und rauchten, liebte auch Christina Peri Rossi die Zigarette - bis ihr die Ärzte das Rauchen verboten. Aus Trennungsschmerz entstand dieses Buch: Persönlicher Abgesang auf eine verlorene Geliebte, Brevier der unzähligen Gesten, die sich mit dem Rauchen einer Zigarette verbinden, ein Buch über das schöne Leben, über die Liebe im blauen Dunst und die Zigarette danach.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2004

Einen "sehr persönlichen Essay" über den schweren und wehmütigen Abschied von der Zigarette sieht Rezensent Michael Adrian in diesem Buch von Cristina Peri Rossi. Die Autorin blicke auf vierzig Jahre Rauchen zurück und auf den weltweiten Siegeszug der Zigarette, dem globalsten aller globalen Produkte, das die Moderne hervorgebracht habe, berichtet Adrian. Den kulturgeschichtlichen Streifzügen merke man an, dass Rossi Lyrikerin und Romanautorin ist: es dränge sie zum Erzählen. Gern folgt der Rezensent den verschiedenen Stationen durch die Geschichte des Rauchens, auch wenn die Autorin die Historie selten wirklich tief inhaliere. Besser gefallen ihm die autobiografischen Passagen des Essays, in denen Rossi u.a. über den Zusammenhang von Rauchen und weiblicher Autonomie nachdenkt. Obwohl sie diese Frage nicht direkt stellt, legen ihre "einprägsamen und eindringlichen Beschreibungen" des Rauchens nach Adrians Ansicht eben dies nah. In ihrem langen Abschiednehmen von der Zigarette findet der Rezensent "viele schöne Beobachtungen" über die genussvollste, tief inhalierte Zigarette nach dem Liebesakt oder rauchende Psychoanalytiker.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 07.10.2004

Endlich ist einmal Schluss mit der Moralapostelei, freut sich die Rezensentin Margrit Gerste. Denn die Dichterin und Schriftstellerin Cristina Peri Rossi, mittlerweile Nichtraucherin, hat "ihre verführerische Geliebte" nicht vergessen und widmet ihr - der Zigarette - eine "schöne, leidenschaftliche und ungewöhnliche" Hommage. Diese, berichtet die Rezensentin, beginnt mit dem Anblick einer Frau, die in einem (ausschließlich von Männern besuchten) Cafe raucht. Sofort fasste Rossi den Entschluss: "Ich werde diese Frau sein." Die Zigarette, die Frauen als "Laster" angerechnet wurde, sei für Rossi "Teil ihrer Identität" geworden, zum Symbol der weiblichen Freiheit, das sie stets begleitete - auch beim Schreiben, zu dem das Rauchen unbedingt und selbstverständlich dazugehörte: "Das Rauchen war nicht nur eine Sucht, die Zigarette hatte ihre eigene Erotik und Ästhetik." Dass Rossi trotz Abstinenz "eine Liebende" geblieben ist, dafür dankt ihr die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.10.2004

Dies ist kein Selbsthilfebuch, sondern eher ein "literarisches Abschiedslied" an das Rauchen, befindet Rezensentin Susan Vahabzadeh. Sehr gut kann sie die Wehmut der Autorin nachvollziehen, wenn diese über ihren schmerzhaften Abschied von der geliebten Zigarette philosophiert, schließlich habe das Rauchen bei Rossi länger als jede ihre Beziehungen gedauert - vierzig Jahre. Nicht immer spannend erscheint ihr die Geschichte des Rauchens von der Einführung des Tabaks bis zu den zeitgenössischen Packungsaufschriften, die Rossi nebenbei erzählt. Wirklich angetan ist sie dagegen von den Geschichten über Lauren Bacall, Marlene Dietrich, Rita Hayworth und ihre Zigaretten, und vom Warten im Cafe auf einen Geliebten - was nie ohne Zigarette geht.
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