Aus dem Schwedischen von Katharina Erben. Mit Illustrationen. Hat deine Ur-Ur-Uroma eigentlich an Sex gedacht? Klare Antwort: Ja, sie hat. Sicher hat sie anders geflirtet als die heutige Jugend. Aber die Menschen waren früher längst nicht so prüde, wie wir manchmal denken. Die Ethnologin Elin Hägg nimmt uns mit auf eine erstaunliche Reise durch die (abendländische) Geschichte der Ideen, Religionen und Machtverhältnisse - immer in Bezug auf deren Auswirkungen auf das Sexleben. Eins wird dabei ganz klar: Unser Umgang damit ist immer im Wandel - und das ist gut so!
Kinder ab 11 lernen aus Elin Häggs Buch viel über Sex und den historischen Blick darauf, so Karin Hahn. Und zwar beschäftige sich die Autorin mit der Rolle von Sexualität im westlichen Kulturkreis, die unter anderem anhand von Begriffen wie Norm und Tabu aufgeschlüsselt werde. Ein Aufklärungsbuch ist das nicht, stellt Hahn klar, Grundwissen über sexuelle Praktiken wird von der Autorin vorausgesetzt. Stattdessen lernt man hier laut Rezensentin unter anderem etwas über den Zusammenhang von Ehe und Patrilinearität, sowie über aus heutiger Sicht abstrus anmutende historische Jungfräulichkeitstests. Auch Veränderungen im Blick auf Sexualität jüngeren Datums, etwa im Zuge der sexuellen Revolution und #MeToo kommen zur Sprache, so Hahn. Das alles ist in einem entspannten Tonfall geschrieben und lustig illustriert, freut sich die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.03.2024
Mittlerweile gibt es ziemlich viele gute Kinder- und Jugendbücher über Sex, findet Rezensentin Barbara Vorsamer, da reiht sich das Werk von Elin Hägg, Autorin und Illustratorin gut ein. Rund 100 Seiten lang geht es um Sex, allerdings nicht in der Manier eines Aufklärungsbuches, erfahren wir, sondern in einer diachronen Perspektive, die zeigt: So prüde waren frühere Zeiten gar nicht, gab es doch schon immer "penisförmige Objekte" und "großbusige Figurinen." Dass Streichhölzer früher bei Abtreibungen behilflich waren, kann Vorsamer ebenfalls lernen, sie fragt sich allerdings, ob alle Leserinnen und Leser das nötige Vorwissen haben, die Informationen aus dem Buch richtig einordnen zu können. So ist das Buch wahrscheinlich eher für etwas ältere Jugendliche empfehlenswert, vermutet sie.
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