Aus dem Isländischen von Kristof Magnusson. Der Mann ist für viele die Pest, für manche ein Genie und sich selbst gelegentlich ein Rätsel: Eyvindur Jonsson, genannt »Stormur« (was auf deutsch »Sturm« bedeutet), macht es seinen Mitmenschen nicht eben leicht. Ein Hang zur Bequemlichkeit zeichnet ihn aus und eine Neigung, die Frauen seines Lebens für sich arbeiten zu lassen. Man könnte ihn auch als genialen Schmarotzer bezeichnen. Immer auf der Suche nach dem ganz großen Ding, das seinem Dasein die alles entscheidende Wendung gibt. Immer im Besitz genialer Ausreden, wenn es dann doch nicht klappt. Aber weil er immerhin über die glückliche Gabe verfügt, mitreißend und herzerfrischend erzählen zu können, erreicht ihn eines Tages tatsächlich ein ungewöhnliches und viel versprechendes Angebot: Er soll für einen bekannten isländischen Verlag vor den Medien möglichst authentisch den Autor eines Buches mimen, das im Milieu der Obdachlosen und Alkoholiker spielt, aber anderweit geschrieben wurde. Stormur wittert seine große Chance und verkalkuliert sich wieder mal gewaltig.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.04.2007
Durchaus amüsiert hat sich Aldo Keel bei der Lektüre von Einar Karasons Roman über einen isländischen Taugenichts. Allerdings reicht das Werk in seinen Augen literarisch nicht an Karasons "Goldinsel"-Trilogie des Autors heran. Zwar findet er die Geschichte um einen versoffenen Isländer, der in Dänemark Sozialhilfe bezieht, sich gern über das Scheiß-System beschwert und schließlich zum Akteur des isländischen Literaturbetriebs wird, für den er die Rolle des Bestsellerautors spielt, recht burlesk. Auch lobt er die vielen gelungenen Einfälle Karasons, von denen der Roman lebt. Zu seinem Bedauern aber kostet der Autor diese Einfälle erzählerisch kaum aus. Außerdem scheint ihm der Roman trotz diverser Erzählerstimmen und Perspektivenwechsel sprachlich immer wieder in einem "burschikos-saloppen Einheitsbrei" zu versinken.
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