Eike Wenzel

Gedächtnisraum Film

Die Arbeit an der deutschen Geschichte in Filmen seit den sechziger Jahren
Cover: Gedächtnisraum Film
J. B. Metzler Verlag, Stuttgart 1999
ISBN 9783476452269
Broschiert, 456 Seiten, 33,23 EUR

Klappentext

Es gibt eine filmische Subgeschichte des "Nachdenkens über Deutschland". Kino und Fernsehen sind im 20. Jahrhundert die Leitmedien, in denen Geschichte und Wirklichkeit rekonstruiert werden; jedoch kann der wirkungsmächtige Realismus der bewegten Bilder nur im Rahmen eines kultursemiotisch erweiterten Verstehensansatzes durchschaut werden. Die Deutschland-Filme von Hartmut Bitomsky, Harun Farocki, Jean-Luc Godard, Alexander Kluge und Jean-Marie Straub/Daniele Huillet führen vor Augen, dass es möglich ist, Film als offenen Diskurs der Denk-Bilder und Zeit-Zeichen zu begreifen - und nicht als Festschreibung von Geschichtsbildern. An ihren Arbeiten zeichnet der Autor nach, wie hegemoniale Welt-Bilder unterlaufen werden und Film sich als begehbarer Gedächtnisraum vorstellen lässt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.11.2000

In einer recht theoretisch gehaltenen Kritik verliert Thomas Meder auch ein paar Worte zu folgenden beiden Filmbüchern: Eike Wenzels "Gedächtnisraum Film" über "die Arbeit an der deutschen Geschichte in Filmen" (Metzler Verlag) und Rainer Rothers "Leni Riefenstahl" (Henschel Verlag).
1) Eike Wenzel: "Gedächtnisraum Film".
Zu dem Buch macht Meder an sich nur die Bemerkung, dass es sich um eine medienwissenschaftliche Dissertation handelt, die offensichtlich an Filmen von Alexander Kluge, Harun Farocki und anderen "mit viel Theorieaufwand" den Bruch der deutschen Autorenfilmer mit dem traditionellen deutschen Kino darstellt. Wie genau Wenzel dabei argumentiert, wie sein Buch aufgebaut ist und wie dieses Thema mit der Vergangenheitsbewältigung zusammenhängt, geht aus Meders Kritik nicht hervor.
2) Rainer Rother: "Leni Riefenstahl"
Etwas handfester wird Meder bei der Besprechung des Buchs von Rainer Rother. Er begrüßt Rothers nun wohl endgültigen Nachweis, dass Riefenstahl mit praktisch allen ihren Filmen in der Nazi-Zeit im Auftrag des Regimes gehandelt habe, auch wenn sich die Nazis dabei bedeckt hielten, um diesen Auftragscharakter nicht allzu durchsichtig werden zu lassen. Auch Rothers ästhetischer Bewertung von Riefenstahls Autorentum und Geniebegriff, der auf dem "Mythos des solitären Blicks" beruhe, stimmt Meder weitgehend zu.
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