Edward Upward

Reise an die Grenze

Roman
Cover: Reise an die Grenze
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783518223901
Gebunden, 203 Seiten, 13,80 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Karin Rausch. Einleitung von Stephen Spender, Nachwort von Elfriede Jelinek. In "Reise an die Grenze" aus dem Jahr 1938 hat Edward Upward die starke Geschichte eines englischen Hauslehrers erzählt, der Mitte der 30er Jahre von seiner Herrschaft zu einem Pferderennen mitgenommen wird. Er trifft einige Menschen. Es passiert fast nichts. Aber stark ist Upwards Roman, weil sich der junge Mann an der Grenze zum Wahnsinn bewegt und weil der Erzähler es schafft, uns an dieser Gratwanderung zu beteiligen. In des Lehrers Phantasien spielen die Themen der Zeit eine Rolle, der Faschismus, die drohende Kriegsgefahr, die sozialen Auseinandersetzungen. All das wirkt überzogen. Andererseits trifft die Überzogenheit beängstigend genau eine Zeitstimmung; die Welt jener Vorkriegsjahre wird charakterisiert, ja entlarvt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.06.2005

Anders als sein Kommilitone Christopher Isherwood ist der Autor Edward Upward heute nur noch Eingeweihten ein Begriff. Seine literarische Karriere, die mit der Veröffentlichung dieses Romans in der "Hogarth Press" von Leonard und Virginia Woolf hoffnungsvoll begann, ist geradezu exemplarisch gescheitert. Ähnliches, so die Rezensentin Angela Schader, ließe sich vielleicht auch über diesen Roman sagen. Allerdings meint sie das keineswegs nur negativ, vielmehr findet sie das Werk über einen jungen Mann auf der verzweifelten Suche nach einem Lebensentwurf in seinen "fiebrigen" und "irrealen" bis "surrealen" Passagen durchaus faszinierend. Insbesondere der "proteische", ständigem Wandel unterworfene Raum eines "Festzelts" hat es ihr angetan. Neben solchen Würfen finden sich, bedauert sie, freilich auch "Längen" und "Unschlüssigkeiten". Nachgerade peinlich findet sie dann allerdings das von Upward glücklich gemeinte Ende: der Held schließt sich dem "Internationalist Movement for Working-class Power" an.
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