Aus dem Englischen von Michaela Grabinger. Eine Handlungsanleitung für ein würdevolles Leben auf unserem Planeten. Ece Temelkuran blickt auf unsere Gegenwart: Ratlosigkeit und Verzweiflung, Würdelosigkeit, wohin man schaut. Schluss damit, fordert sie und fragt: Was tun? Wille und Würde ist ihre Antwort, eine Handlungsanleitung in zehn Schritten, voller Optimismus und Hoffnung.Unsere Welt befindet sich in einer Schräglage. Die Gesellschaften leiden unter frappierenden Ungerechtigkeiten. Waldbrände und Überschwemmungen liefern den letzten Beweis für die verheerende Klimakatastrophe. Die Pandemie zeigt, wie prekär die Volkswirtschaften sind, und der chaotische Truppenabzug aus Afghanistan deckt schonungslos auf, wie verantwortungslos mit Menschen umgegangen wird. Die Machthaber ringen nach Antworten, oft sind sie selbst das Problem. Wohin mit unserer Verzweiflung? Ece Temelkuran legt mit Wille und Würde ein klares neues Narrativ vor, nicht für eine idealisierte Zukunft, sondern für die Gegenwart, eine Aufforderung in zehn Schritten. Es gilt jetzt, unsere Würde wiederzufinden. Dafür müssen wir entschlossen handeln, Kraft schöpfen aus der Angst und Vertrauen gewinnen. Für eine Welt, in der Menschlichkeit an erster Stelle steht.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.08.2022
Rezensent Pascal Fischer entdeckt hinter den psychologischen Handreichungen, die die weitgereiste türkische Journalistin und Krisenreporterin Ece Temelkuran ihm und jedem einzelnen Leser mit auf den Weg gibt und die im besten Fall zu einem Sieg der Demokratie führen sollen, mehr als Verhaltenstherapie. Auch wenn die Autorin für Fischer mitunter etwas pathetisch oder allzu wütend beschreibt, warum dem Kapitalismus Einhalt zu gebieten ist, wieso es Stärke des Miteinanders und nicht toxische Männlichkeit braucht, kann der Rezensent lernen, welche Einstellungen nötig sind, um der Menschheit das Überleben zu sichern.
Rezensentin Luise Sammann empfiehlt das gesellschaftskritische Buch der türkischen Journalistin und Schriftstellerin Ece Temelkuran. Mit den titelgebenden Begriffen, die sie ausführlich definiert und umfassend beleuchtet, möchte die Autorin der allgemeinen Lähmung begegnen, die sie als Konsequenz der Alternativlosigkeit angesichts düsterer Gesellschaftsprognosen erkennt, erklärt die Rezensentin. Angeregt liest sie von Temelkurans Suche nach Wegen aus dieser Lähmung, bei der die Autorin neue Kategorien entwickelt, weil ihr der Begriff der Demokratie ungenügend scheint und sie mit selbst erlebten Szenen illustriert. Wenn die Autorin dafür zwischen Istanbul, Kairo, Zagreb, Brüssel und Palästina hin und her springt, bleibt Samman keine Zeit für Langeweile und auch der "fast schon trotzige" Grundton wirkt für sie erfrischend
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