Das große literaturwissenschaftlich-essayistische Werk Eberhard Haufes war bislang vorwiegend in Begleittexten zu Editionen, in Sammelbänden, Zeitschriften und Zeitungen zugänglich. In der vorliegenden Auswahl wird es erstmals als Oeuvre erkennbar. Mit Schwerpunkten in der Frühen Neuzeit, in der goethezeitlichen Epoche zwischen Klopstock und Jochmann sowie in der Literatur der zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts deckt es nahezu die gesamte deutsche Literaturgeschichte ab. Anschaulich, exemplarisch rein und bei aller Beziehungsdichte transparent-leicht geschrieben, zeichnen sich seine Arbeiten nicht nur durch umfangreiche und genaue Kenntnisse, sondern auch durch einen Beziehungs- und Perspektivenreichtum aus, der sie zu einer gewinnbringenden Lektüre macht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2011
Was ein innerer Emigrant in der DDR leisten konnte, erfährt Jan Röhnert am Beispiel des Germanisten Eberhard Haufe. Ebenso, was Liebe zur Literatur ist, nämlich die Voraussetzung für Vermittlung und Kritik. Dass ästhetische Urteile hier ausnahmslos frei von Ideologie gefällt werden, daran hat der Rezensent keinen Zweifel. Umso größer sein Bedauern, dass diesem Vollblut-Germanisten die Lehre vorenthalten wurde. Umso größer allerdings auch seine Freude, in diesem epochal geordneten Band Haufes Meisterschaft in Form von Aufsätzen, etwa zur Lyrik des 17. Jahrhunderts, zu Goethe oder Johannes Bobrowski, entdecken zu dürfen. Röhnert staunt über die nüchterne, von Fakten und Präzision geprägte Sprache Haufes wie über dessen Fähigkeit, Historisches und Aktuelles zusammenzudenken. Für Entdecker im Bereich der Literatur und Germanisten, die teilhaben möchten an einer, wie Röhnert findet, noch immer stilbildenden Formulierungskunst, ist dieses Buch ein Geschenk, lässt der Rezensent uns wissen.
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