Niklas Bender

König Saul. Der missglückte Anfang und Europas religiöses Erbe

Eine Literaturgeschichte
Cover: König Saul. Der missglückte Anfang und Europas religiöses Erbe
Wallstein Verlag, Göttingen 2025
ISBN 9783835359864
Gebunden, 492 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Mit elf teils farbigen Abbildungen. Saul ist "Gottes falsche Wahl" (Botho Strauß), an ihm zeigt sich der Versuch, eine weltliche Macht einzuführen - und sein vorläufiges Scheitern. Saul ist eine große Figur des Alten Testaments. Er ist der erste König des Volkes Israel, eingesetzt vom Propheten Samuel. Nach anfänglichem Kriegsglück weicht er nur leicht von Gottes Geboten ab, wird mit Wahn und Verlust der Königswürde gestraft, stirbt mit seinen Söhnen im Kampf. König Sauls Geschichte zeigt das Spannungsfeld zwischen staatlicher Macht und religiöser Autorität. Die Theologie sieht in ihm ein Beispiel für Ungehorsam, die Literatur hingegen ist von der traurigen Figur fasziniert. Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit dominiert diese Spannung, nach der Aufklärung kommen neue, oft existentielle Aspekte hinzu. Heute erschließt der Saul-Stoff Europas religiöses Erbe und stellt die aktuelle Frage: Wie konnte sich staatliche Gewalt herausbilden? Niklas Bender legt die erste umfassende literaturwissenschaftliche Studie zu König Saul vor, stellt die alttestamentarische Erzählung in ihrem Kontext dar und skizziert die theologisch-philosophische Rezeption. Vor allem untersucht er die Gestaltungen von Dante über Voltaire bis hin zu Goethe. Malerische Darstellungen seit den mittelalterlichen Buchmanuskripten runden das Bild ab.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2026

Rezensent Jakob Hessing lobt das Buch des Romanisten Niklas Bender über den ersten König der Israeliten. Benders Beispiele für Sauls Rezeption in der europäischen Kultur entstammen vor allem der französischen und italienischen Literatur, etwa bei Boccaccio oder Augustinus, stellt Hessing fest, jüdisches Gelehrtentum wird dagegen nur kursorisch behandelt, meint er. Den Unterschied zwischen Beurteilungen von Christen und etwa Voltaires Sicht kann der Autor laut Hessing sichtbar machen. Ebenso zu anderen modernen Autoren wie Andre Gide. Gut gefallen hat Hessing auch die Sicht des Autors auf Rembrandts "Saul und David".

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