Die Schriften der griechischen und römischen Antike bilden neben den Geschichten der Bibel die zentrale Grundlage unserer literarischen Kultur, ja der kulturellen Überlieferung Überhaupt. Doch lässt sich nicht übersehen, dass das Erbe der Antike an Bedeutung verloren hat. Der oft beschworene Bildungskanon, die Schriften der antiken Welt und die großen Texte des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit sind den meisten heutigen Lesern fremd. Hanjo Kesting befragt diese alten Texte neu, und es gelingt ihm, sie lebendig und aufregend werden zu lassen, uns neugierig zu machen. In drei Bänden widmet er sich den zentralen Werken aus Antike, Mittelalter und Renaissance sowie aus der Neuzeit. Er stellt jeweils neun Texte vor - vom Gilgamesh Epos bis zur "Germania" des Tacitus, vom Nibelungenlied bis zu Shakespeare und von den Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht bis zu Marx und Nietzsche, den Meisterdenkern des 19. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.11.2012
Als Präsentation eines Bestands, nämlich eines Schatzes europäischer Schriften aus Antike, Mittelalter und Neuzeit, den der Autor hier zu einem Kanon verdichtet, findet Burkhard Müller die drei Bände von Hanjo Kesting sehr respektabel. Mit ihnen vermag der Rezensent kurz und bündig Odyssee, Grimms Märchen, Montaigne oder die Orestie und ihren jeweiligen Kontext kennenzulernen, mitunter so weit, dass er glaubt, sich die Lektüres des Originaltextes sparen zu können. Dass Kestings Auswahl nicht in allen Einzelheiten nachvollziehbar ist (wieso Goethes "Reineke Fuchs"?) ist eigentlich auch klar. Nachhaltig irritiert zeigt sich Müller spätestens beim Lesen von Kestings Einführung in das Kommunistische Manifest. Der Autor vermag ihm nicht deutlich zu machen, ob es aktuell oder überholt ist (was die Aufnahme in den Band fragwürdig machte). Um Relevanz aber, meint der Rezensent, geht es hier schließlich doch.
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