Markus Jaroschka (Hg.), Dzevad Karahasan

Poetik der Grenze

Über die Grenzen sprechen - literarische Brücken für Europa
Cover: Poetik der Grenze
Steirische Verlagsgesellschaft, Graz 2003
ISBN 9783854890843
Broschiert, 304 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Das Wort "Grenze" bewegt die abendländische Philosophie seit der Antike - die beiden Pole Endlichkeit und Unendlichkeit. Die Grenze - was ist das? Wer nach der Grenze fragt ist gezwungen sprachliche Umschreibungen anzuwenden, er spricht dann vom Ausgegrenzten, vom Umgrenzten oder vom Abgegrenzten, aber nicht davon, woran oder worin oder wozwischen die Grenze verläuft, also nicht von der Grenze selbst. Und dazu verschärft die natürliche Begrenztheit der Sprache diese merkwürdige Unsichtbarkeit der Grenze. Namhafte Autoren aus vielen europäischen Ländern, wie u.a. Herta Müller, Istvan Eörsi, Krzystof Czyzyiewski, Angela Krauß, Said, Uros Zupan, Ilma Rakusa, Georg Kohler, Marina Palej, Kenka Lekovich oder Nadja Klinger haben über das Thema "Grenze" nachgedacht. Sie haben für diesen Sammelband Essays, Erzählungen, Gedichte zu Fragen in der Sprache, im Theater, die Haut als Grenze, Grenze im Sport, in der Wissenschaft und Politik geschrieben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.01.2004

Der "Jdl" zeichnende Rezensent ist überaus angetan von der Vielfältigkeit, in der sich die von Dzevad Karahasan versammelten Philosophen, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler mit dem Begriff der Grenze auseinandersetzen. Die literarischen, philosophischen und autobiografischen Texte handelten von den verschiedensten Arten von Grenzen, etwa von Staatsgrenzen, geistigen Grenzen, Schmerzgrenzen, wodurch ein "höchst taugliches Kompendium zur Begriffsklärung" entstanden sei. Zumal jenseits aller Grenzen, im Marginalen, die Kunst liege - für den Rezensenten "das schönste aller Niemandsländer".
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