Michael Stürmer

Die Kunst des Gleichgewichts

Europa in einer Welt ohne Mitte
Cover: Die Kunst des Gleichgewichts
Propyläen Verlag, Berlin - München 2001
ISBN 9783549071380
Gebunden, 239 Seiten, 21,99 EUR

Klappentext

Der Historiker und Publizist Michael Stürmer plädiert er den hier versammelten Essays für die Wiederbelebung der alten europäischen Kunst des Gleichgewichts. Sie allein verspricht, nach dem Ende der bipolaren Ära der führungslosen, von Regionalkonflikten zerrissenen Welt neuen Halt zu geben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2001

Der Rezensent Georg Kohler umreißt in seiner Besprechung zuerst einmal den Denkhorizont, in dem sich der Autor Michael Stürmer bewegt: Ausschlagend für die Argumentation seien nicht Kants Überlegungen zum "Ewigen Frieden", sondern Machiavellis Verständnis der Politik als Machtausübung. Kohler findet, dass dies Buch ein "kühl-elegant argumentierender Essay" ist, der den Leser eher zum Überlegen anrege, als zum platten Widerspruch. Kohler gibt die seiner Meinung nach zentrale These in den Worten des Autors wieder: 'Gleichgewicht ist eine europäische Kunst der Vergangenheit und muss zu einer atlantischen Kunst der Gegenwart und Zukunft werden.' Zu dieser Kunst liefere der analytische Autor Vorschläge, die überaus hilfreich seien für das Verständnis der "unübersichtlichen Gegenwartslage". Dennoch stoße dieser machiavellistische "Realismus" auch an seine Grenzen. Die Vernachlässigung der entwicklungsökonomischen Aspekte schmälere den Wert des Buchs ein wenig, dennoch sei die Lektüre zu empfehlen, wie Kohler insgesamt befindet.
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