Aus dem Niederländischen von Verena Kiefer. Warum erinnern wir uns so schlecht an unsere Träume? Was passiert mit verdrängten Erinnerungen? Warum ist die Vorstellung eines absoluten Gedächtnisses für uns so faszinierend? Warum gibt es Gedächtnistrainings, aber keine Vergessenstechnik? Mit solchen und vielen anderen Fragen nähert sich der holländische Bestsellerautor Douwe Draaisma dem interessantesten Aspekt der Gehirnforschung: dem Vergessen. Unser Gedächtnis, so Draaisma, ist wie ein unfolgsames Kind: Woran wir uns erinnern und woran nicht -, darauf haben wir keinen Einfluss. Kein Wunder, dass es so schwer ist, die dahinterstehenden Mechanismen zu erkennen. Douwe Draaisma lädt seine Leser ein zu einem Streifzug durch Psychologie, Philosophie und Gehirnforschung, die sich seit Jahrhunderten mit dem Vergessen befassen. Er erzählt von Schlaflabors und Traumprotokollen, von Gehirnoperationen und Patientenschicksalen, er beschäftigt sich mit den neusten Techniken der Traumatherapie genauso wie er seinen Blick auf die Pioniere der Gedächtnisforschung richtet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2013
Kurz, aber voll Begeisterung bespricht Marco Wehr das neue Buch des niederländischen Gedächtnisforschers, das er schlicht als sein bisher bestes bezeichnet. Deutlich wurde ihm darin, dass alle technologischen Vergleiche für die Gedächtnisleistung des menschlichen Hirns irreführend sind: Das Gedächtnis ist keine Wachstafel, wie Platon meinte, aber auch keine Festplatte, wie heute manchmal gesagt wird. Denn nichts an ihm ist unveränderlich, so Wehr, der mit dem Autor des Buchs betont, dass sich das Gedächtnis nach den Bedürfnissen und Konjunkturen der Gegenwart und im Blick auf die Zukunft stets neu kristallisiert. Gedächtnis, so hat Wehr bei Draaisma gelernt, ist ein "hochgradig dynamisches System".
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