Aus dem Polnischen von Olaf Kühl. Der Popsänger Stanislaw Retro ist auf dem absteigenden Ast: Seine Freundin verlässt ihn, die Presse setzt ihm mit verleumderischen Meldungen über sein Sexualleben zu, und der verzweifelte Versuch seines Managers, ihn als Schwulenstar zu verkaufen, misslingt. Der nächste große Hype, der ihn von der Bühne fegen wird, steht bereits in den Startlöchern.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.09.2007
Ilma Rakusa zieht den Hut vor diesem rasanten Buch der Autorin Dorota Maslowska, die als das "Enfant terrible" der jungen polnischen Gegenwartsliteratur gilt und mit ihrem zweiten Roman auf sarkastische Weise mit der vom Markt beherrschten Kultur- und Konsumszene abrechnet. Dies tue sie "mit solcher Sachkenntnis und sprühendem Witz, dass nicht nur die Fetzen fliegen, sondern ein literarischer Mehrwert herausspringt", freut sich die Rezensentin. Vor allem den Schicksalen der Verlierer jener pervertierten Marktwirtschaft sieht Rakusa hier besondere Beachtung geschenkt. Trotzdem ließ sie sich vom Rhythmus dieses "flotten Depro-Raps" mitreißen, was sie nicht zuletzt als das Verdienst des Übersetzers Olaf Kühn ansieht, der diesen "comichaften" Text "meisterlich" ins Deutsche übertragen habe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2007
Das Warten auf Dorota Maslowskas zweiten Roman hat sich offenbar gelohnt: Stefanie Peter weiß gar nicht, wen sie zuerst loben soll. Die souveräne polnische Jungautorin Maslowska oder ihren kongenialen Übersetzer Olaf Kühl, der dem als Rap titulierten Roman in der deutschen Version sogar zu mehr Wortwitz verhelfe als dem Original. So erinnert die Prosa Rezensentin Peter mal an eine UHU-Werbung und mal an sozialistische Parolen, und die Sprache besitzt einen "Beat", der geradezu nach einem Vorleser schreie. Herausgekommen ist ein genaues Bild der jungen Hippen im Warschau des neuen Jahrtausends, ein "Großstadtbuch mir gleißendem Licht und harten Schatten".
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