Donald R. Pollock

Die himmlische Tafel

Roman
Cover: Die himmlische Tafel
Liebeskind Verlagsbuchhandlung, München 2016
ISBN 9783954380657
Gebunden, 432 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Peter Torberg. Georgia, 1917. Der Farmer Pearl Jewett will sich durch seine Armut auf Erden einen Platz an der himmlischen Tafel verdienen - und seine drei Söhne darben mit ihm, ob sie wollen oder nicht. Nachdem Pearl von den Entbehrungen ausgezehrt stirbt, müssen sich die jungen Männer allein durchs Leben schlagen. Auf gestohlenen Pferden und schwer bewaffnet plündern sie sich ihren Weg durchs Land. Dabei folgen sie den Spuren ihres großen Helden "Bloody Bill Bucket", einem Bankräuber aus einem Groschenroman, neben der Bibel das einzige Buch, das die Jewett-Brüder kennen … Einige Hundert Meilen entfernt, im Süden Ohios, wird Ellsworth Fiddler von einem Trickbetrüger um sein ganzes Geld gebracht. Als sein Weg den der schießwütigen Jewetts kreuzt, wendet sich sein Schicksal unerwartet zum Guten. Die Brüder hingegen müssen einsehen, dass der Himmel, den man sich gemeinhin ausmalt, oft schlimmer ist als die Hölle, der man entfliehen will.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.09.2016

David Steinitz staunt über die Virtuosität, mit der Donald Ray Pollock seinen White-Trash-Kosmos bevölkert. Das Jahr 1917, in dem die Geschichte um drei gegen ihr Underdog-Dasein rebellierenden Brüder spielt, gibt allerdings die Richtung vor: Pollock liebt den Wilden Westen. Und so reiten die drei Antihelden los und überfallen eine Kleinstadt nach der nächsten. Das Bild der USA, das dabei entsteht, hat laut Rezensent nichts von Glamour und Lässigkeit, sondern ist geprägt von Verlierern und Träumern. Mit viel Komik und ohne Bloßstellung der Figuren gelingt dem Autor eine groteske Pulp-Fantasie, meint Steinitz.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2016

Jan Wiele ahnt bei Donald Ray Pollock zuweilen eine Tiefe, die ihn den Roman des Autors nicht der Genreliteratur zuordnen lässt. Solche "Subtilitäten", Verweise auf die "puritanische Fiktionskritik", die in den Debatten über Amokläufe wieder durchscheint, wie Wiele erläutert, sind allerdings eher die Ausnahme. Die Folge von Episoden, aus denen der 1917 im bettelarmen amerikanischen Süden spielende Roman über ein mordendes und raubendes Brüdertrio besteht, besticht laut Wiele vor allem durch dick aufgetragene, krasse Schilderungen von Gewalt und Sex. Da der Autor die Verlierer des Lebens besonders gut zu verstehen scheint, Darstellung von Verkommenheit und Humor zu mischen vermag und die moralische Frage nach triumphierender oder ruinöser Gewaltkarriere stellt, kann ihm der Rezensent manche allzu grelle Derbheit verzeihen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.08.2016

Als eine der aufregendsten literarischen Stimmen der USA empfiehlt Tobias Gohlis den Autor Donald Ray Pollock, den er im Regal zu Rassismus und Gewalt in der amerikanischen Geschichte gleich neben William Faulkner stellt. Pollocks neuer Roman "Die himmlische Tafel" erzählt von einem gläubigen Brüderpaar im Ohio des Jahres 1917, die sich nicht länger auf die Belohnungen des Himmels vertrösten lassen wollen: Sie organisieren sich die "Koteletts so dick wie Bullenpimmel" bei dem Grundbesitzer, für den sie vorher brav geackert haben. Blut und Glauben, bittere Komik und raue Realität, vor allem aber viel Einsicht in Gewaltgeschichte Amerikas entdeckt Gohlis in diesem brandaktuellen und relevanten Roman.
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