Dimitrios Kisoudis

Goldgrund Eurasien

Der neue Kalte Krieg und das dritte Rom
Cover: Goldgrund Eurasien
Manuscriptum Verlag, Waltrop und Leipzig 2015
ISBN 9783944872124
Gebunden, 128 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Der Kampf um die globale Hegemonie und die weltweiten Rohstoffvorkommen konzentriert sich auf "Eurasien". Für die Europäer ist der Begriff eine Provokation, weil sie sich lieber der westlichen Hemisphäre zurechnen - mit schwerwiegenden Folgen. Der alte Konflikt zwischen NATO und Warschauer Pakt lebt wieder auf, aber ideologisch haben sich die Fronten verkehrt. Der Osten ist heute liberal und der Westen sozialistisch. Der Osten pflegt den autoritären Liberalismus, der Westen den Geldsozialismus. Im Westen herrscht Dekonstruktion, im Osten wird die Tradition gegen die Angriffe der postmodernen Ideologien verteidigt. Insbesondere die Deutschen müssen sich nach Ansicht des Autors neu orientieren. Wenn sie an der Westbindung festhalten, schneiden sie sich von den Energiequellen des Ostens ab und treiben Russland in die Arme Chinas.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2015

Dimitrios Kisoudis' politische Streitschrift "Goldgrund Eurasien" profitiert von der "Gnade der ganz späten Geburt" des Autors - und leidet darunter, berichtet Markus Günther. Kisoudis erweist sich als ernstzunehmender Putin-Versteher, von dem man einiges über den Werdegang des Politikers erfährt, den der Autor trotz der von ihm diagnostizierten "cäsaristischen Anklänge" zu bewundern scheint, verrät der Rezensent. Der Westen hat sich laut Kisoudis voreilig von seinen traditionellen und spirituellen Wurzeln losgesagt, ebenso wie die USA sich voreilig von der Goldbindung des Dollars getrennt haben, erklärt Günther. Im Modell des "autoritären Liberalismus im Osten" mit einer Rückbesinnung auf Orthodoxie (oder, im Falle Chinas, Konfuzianismus), dem Horten von Goldreserven und einem "eurasischen" Imperialismus sieht Kisoudis einen weit stabileren Gesellschaftsentwurf, fasst der Rezensent zusammen, der allerdings eine geschichtsbedingte Vorsicht gegenüber den Vorwürfen gegen die Finanzindustrie und Großkapital anmahnt, da sie sich allzu leicht an alte antisemitische Klischees angliedern lassen.

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